Rechtsmedizin in Gefahr- Volksstimme vom 22.10.13

22. Oktober 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Sachsen-Anhalt | Drucken

„Magdeburg will Rechtsmedizin abstoßen“ Die Notwendigkeit einer schnell verfügbaren Rechtsmedizin in Sachsen-Anhalt steht für den BDK außer Frage. Gerade bei der Untersuchung von Gewaltverbrechen, bei Sektionen oder Lebendbegutachtungen sind die Rechtsmediziner einer der wichtigsten Verbündeten der Kriminalisten.

Auch auf die Rolle als unabhängige Institution im Rahmen des Opferschutzes muss mit Nachdruck verwiesen werden. Bisher hatte die Rechtsmedizin in Sachsen-Anhalt auch über die Landesgrenzen hinaus einen hervorragenden Ruf. Damit das so bleibt, ist die Politik aufgefordert, zeitnah Lösungen zu finden.

Wir begrüßen, dass die Generalstaatsanwaltschaft und auch der Landtag die Existenz der beiden Institute im Land nicht grundsätzlich in Frage stellen. Der für uns außer Frage stehende qualitativ äußerst hochwertige Nutzen der Rechtsmedizin muss doch im Sinne von Opferschutzinteressen und Täterermittlung gemessen werden und nicht ausschließlich haushaltsmathematisch.

Die Beteiligten sind gefordert, schnell eine Lösung der Finanzprobleme zu finden und eine deutliche Antwort darauf zu geben, in welchem Umfang sie Opferschutz und qualifizierter Täterermittlung noch wollen.

Wenn Wissenschaftsminister Hartmut Möllring meint: „Kein Unternehmen würde sich zwei defizitäre Betriebsteile leisten“, sollte er sich vielleicht bei Sicherheitsexperten Rat einholen, wie man innere Sicherheit berechnet.

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