GdP fordert eigenes Personalentwicklungskonzept für den Tarifbereich

17. Oktober 2013 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Statt von Schreibkräften wird der Tarifbereich der Polizei längst von hoch qualifizierten Fachleuten geprägt – von den IT-Experten in den Behörden bis zu den MTA‘s in der KTU, von der Textilingenieurin im LZPD bis zum Waffenexperten im LKA. Bezahlung und Aufstiegschancen der Tarifbeschäftigten der Polizei sind allerdings weit hinter dem Qualifikationszuwachs zurückgeblieben. Auf dem Tarifforum der GdP in Selm hat die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende Jutta Jakobs deshalb ein eigenes Personalentwicklungskonzept für den Tarifbereich gefordert. „Das steht bei den Zielen, die wir als GdP durchsetzen wollen, ganz oben auf der Tagesordnung“, sagte Jakobs. Handlungsbedarf bestehe auch bei der Übernahme der Auszubildenden und bei der Durchsetzung einer stufengleichen Höhergruppierung. Auf dem Tarifforum wurde Jutta Jakobs einstimmig als Kandidatin der Tarifbeschäftigten für den im April neu zu wählenden Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand (GVS) nominiert.

Unterstützung für die Forderung nach einem eigenen Personalentwicklungskonzept erhielten die in Selm versammelten Tarifexperten der GdP auch vom Landesvorsitzenden Arnold Plickert und vom Direktor des Landesamts für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei (LAFP), Dieter Schmidt. „Es kann nicht sein, dass ein Tarifbeschäftigter an einer Qualifizierungsmaßnahme teilnimmt und anschließend von seiner Behörde kein Angebot kommt, wie er die erworbene Qualifikation in die Arbeit bei der Polizei einbringen und sich für eine höherwertigen Funktion bewerben kann“, sagte Plickert. LAFP-Direktor Schmidt wies auf dem Tarifforum darauf hin, dass die Polizei bei den Aufstiegschancen der Tarifbeschäftigten schon einmal weiter gewesen ist. Auch die von der Politik zurzeit diskutierte Einführung von Polizeiverwaltungsassistenten bewertete Schmidt kritisch. „Wofür brauchen wir das? Haben wir das nicht schon seit Jahren in der Polizei?“ fragte Schmidt und erinnerte daran, dass das LAFP ohne Regierungsbeschäftigte nicht tätig werden könnte.

Ein weiterer Schwerpunkt des Tarifforums war die Forderung nach einem Stopp des Personalbaus im Tarifbereich. Seit 2008 sind dort 500 Stellen verlorengegangen, auch zu Lasten von Polizeivollzugsbeamten, die jetzt zum Teil Aufgaben, die bislang von Tarifbeschäftigen wahrgenommen wurden, selber wahrnehmen müssen. GdP-Tarifexpertin Jutta Jakobs forderte deshalb in Selm, dass es auch im Tarifbereich Neueinstellung geben muss. „Wie wir das durchsetzen können, lässt sich von den Beamten lernen“, sagte Jakobs. „Die Erhöhung der Einstellungszahlen bei den Polizeivollzugsbeamten hat es nur gegeben, weil wird dafür auf die Straße gegangen sind.“

Handlungsbedarf sieht die stellvertretende GdP-Landesvorsitzende auch bei der Mitgliederwerbung im Tarifbereich. „Bei den Beamten ist es uns gelungen, von den 1477 Kommissaranwärterinnen und -anwärterin, die zum 1. September eingestellt worden sind, bis heute bereits 1370 für die GdP zu gewinnen. Von diesem Organisationsgrad sind wir bei den Tarifbeschäftigten noch weit entfernt“, sagte Jakobs. Die Erhöhung des Organisationsgrad sei aber für die Durchsetzung der Forderungen entscheidend.

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