„ATFEX 2013“ – die Analytische Task Force übte an der AKNZ

17. Oktober 2013 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

An der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ) des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) trafen sich 35 Einsatzkräfte der Analytischen Task Force (ATF) zur Übung “ATFEX 2013“. Schwerpunkt der diesjährigen Übung war die Analytik von Industriechemikalien, die in Chemiewerken hergestellt und zahlreich auf Straßen, Gleisen und Wasserstraßen transportiert werden.

Wenn bei einem Schadensereignis gefährliche Substanzen freigesetzt werden, sind in der Regel die Gefahrgut-Einheiten der örtlichen Feuerwehren für die Lagebewältigung zuständig. Je eher bekannt ist, welche Gefahrstoffe beteiligt sind, umso präziser lassen sich wirkungsvolle Gegenmaßnahmen einleiten. Die analytischen Ressourcen der örtlichen Feuerwehren sind jedoch begrenzt.

Um die betroffenen Einsatzkräfte in schwierigen Einsatzlagen unterstützen zu können, wurde an sieben über das Bundesgebiet verteilten Standorten die sogenannte “Analytische Task Force“ (ATF) eingerichtet. Diese Einheit besteht aus besonders ausgebildeten Einsatzkräften sowie spezieller Messtechnik für die Beurteilung von CBRN-Lagen und wird von den Feuerwehren in Hamburg, Dortmund, Köln, Mannheim und München, dem Landeskriminalamt Berlin und dem Institut der Feuerwehr Sachsen-Anhalt in Heyrothsberge vorgehalten. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) hat diese Standorte mit leistungsfähiger Messtechnik und Einsatzfahrzeugen im Gesamtwert von rund 10 Millionen Euro ausgestattet, es beteiligt sich an den Unterhaltskosten der Standorte und koordiniert die erforderliche Spezialausbildung. Wie das Transport-Unfall-Informations- und Hilfeleistungssystem (TUIS) der Chemischen Industrie unterscheidet die ATF bei einem Einsatz drei Stufen: 1. Telefonische Beratung, 2. Beratung durch einen Fachberater vor Ort, 3. Qualifizierte Probenahme, Detektion und Identifikation durch eigene Kräfte vor Ort.

Alle zwei Jahre werden die ATF-Einsatzkräfte aus den Standorten zusammengezogen, um gemeinsam zu üben. Bei der letzten “ATFEX“ (ATF-Exercise) im Jahre 2011 an der ABC- und Selbstschutzschule der Bundeswehr in Sonthofen stand die Analytik chemischer Kampfstoffe im Vordergrund.

Um den Einsatzkräften ein realistisches Übungsumfeld zu bieten, standen nach dem ersten Übungstag auf dem Gelände der AKNZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler zwei Übungstage in einem Chemieunternehmen im Kölner Süden auf dem Programm. In einer stillgelegten Anlage konnten die Probenahmeteams ausgebrachte Chemikaliengemische aufnehmen, die anschließend von ihren Kollegen in mobilen Laboratorien z.B. mittels IR- und Raman-Spektroskopie oder GC/MS-Analytik identifiziert wurden. Eine Beratung der fiktiven örtlichen Einsatzkräfte schloss jede Übungseinheit ab.

Da die Analytische Task Force in zunehmendem Maße auch international zu Einsätzen gerufen wird und die Standorte dabei zusammenarbeiten müssen, wurden bei der Übung erneut gemischte Teams gebildet. So konnten die ATF-Fachkräfte ihre Vorgehensweise bei der Analytik miteinander abstimmen. Gemeinsame Abendveranstaltungen dienten dem gegenseitigen Kennenlernen auch außerhalb von Schutzanzug oder Laborkittel.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.