Verkehrssicherheitsbericht 2013 für Berlin vorgelegt

15. Oktober 2013 | Themenbereich: Berlin, Verkehr | Drucken

Der Bericht des Berliner Forums für Verkehrssicherheit bietet eine aktuelle Darstellung zur Entwicklung der Verkehrssicherheit auf Berliner Straßen seit Inkrafttreten des ersten Verkehrssicherheitsprogramms für Berlin im Frühjahr 2005.

Der diesjährige Bericht belegt, dass sich die Tendenz von zurückgehenden Verunglücktenzahlen in den letzten Jahren leider nicht fortgesetzt hat. Berlin folgt damit einem bundesweiten Trend. Bei den Schwerverletzten lagen nach dem Tiefstand 2010 die Werte 2012 wieder in vergleichbarer Größenordnung wie zu Beginn dieses Jahrtausends: Über 2.000 Menschen wurden bei Verkehrsunfällen schwer verletzt. Insgesamt waren 2012 fast 17.000 Verletzte zu beklagen. Dagegen gab es 2012 einen Rückgang bei Unfällen mit Todesfolge. Mit 42 Personen wurden nie zuvor weniger Menschen bei Verkehrsunfällen im Stadtgebiet getötet.

Der Staatssekretär für Verkehr und Umwelt Christian Gaebler: „Verkehrssicherheitsmaßnahmen stehen im Stadtentwicklungsplan Verkehr gleichrangig neben Maßnahmen für einen umweltfreundlichen und flüssigen Straßenverkehr. Unser Ziel ist, die von 2005 ausgehende Anzahl der Straßenverkehrsunfälle im Berliner Stadtgebiet bei schwerverletzten und getöteten Menschen um 30 Prozent zu verringern. Auch wenn Berlin bereits bei den Verkehrstoten weiterhin den niedrigsten Wert im gesamtdeutschen Vergleich aufweist, dürfen wir mit unseren Anstrengungen für einen sicheren Straßenverkehr nicht nachlassen. Dabei helfen uns die in der Berliner Charta für die Verkehrssicherheit seit vielen Jahren engagierten Institutionen. Ohne die Mitarbeit der freien Träger wären die notwendigen Aufgaben nicht umsetzbar.“

Eine wichtige Aufgabe der differenzierten Unfallanalyse ist die Identifizierung der Bevölkerungsgruppen mit den größten Unfallrisiken. An diesen werden dann die Maßnahmen der Verkehrssicherheitsarbeit vorrangig ausgerichtet. Auch der diesjährige Verkehrssicherheitsbericht belegt z.B. ein besonders hohes Risiko für Kinder im Schulalter (6 bis 14 Jahre), die zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs sind. Junge Erwachsene tragen als Kraftfahrer wie als Mitfahrer das höchste Risiko, bei einem Straßenverkehrsunfall zu Schaden zu kommen.

Motorisierte Zweiradfahrer sind in besonderem Maße gefährdet und zwar weit überproportional zu ihrem Anteil am täglichen Verkehrsaufkommen. Senioren, die älter als 75 Jahre sind, werden bezogen auf ihren Bevölkerungsanteil als Fußgänger besonders häufig schwer verletzt.

Unterschiede zeigen sich weiterhin beim Geschlecht. Männliche Unfallopfer dominieren in allen Altersgruppen und vor allem bei schweren Verletzungen. Der Anteil der Mädchen und Frauen an den Verunglückten liegt bei etwas mehr als einem Drittel, obwohl Frauen mehr als die Hälfte der Berliner Bevölkerung stellen.

Auch charakteristische Unfallursachen bei den verschiedenen Verkehrsteilnehmern wurden untersucht. Fußgänger machen z.B. die meisten Fehler beim Überqueren von Straßen, vor allem wenn sie hinter Sichthindernissen wie parkenden Fahrzeugen hervortreten. Fahrradfahrer benutzen häufig Gehwege oder auch Radwege in falscher Richtung und sind unachtsam beim Einfahren in den fließenden Verkehr. Auto- und Motorradfahrer halten meist zu geringen Abstand und machen Fehler an Kreuzungen, Einmündungen und Grundstückszufahrten. Nicht angepasste Geschwindigkeit spielt im Unfallgeschehen von Autofahrern und motorisierten Zweiradfahrern eine große Rolle. Der Bericht ist zugleich ein wichtiger Baustein der Erfolgskontrolle und Nachsteuerung des Berliner Verkehrssicherheitsprogramms.

Wichtige Maßnahmenschwerpunkte zur Erhöhung der Verkehrssicherheit sind und bleiben auch in den nächsten Jahren: Die Arbeit der Verkehrsunfallkommission.

Die Prüfung wichtiger Straßenbauprojekte auf eine angemessene Berücksichtigung der Verkehrssicherheit.

Die Fortsetzung des Radverkehrs- und Zebrastreifenprogramms.

Die Intensivierung der Verkehrsüberwachung. Berlin ist die erste deutsche Stadt, die weit über 100 sogenannte „Dialog-Displays“ zur Geschwindigkeits-Selbstkontrolle einsetzt.

Die permanente Aktualisierung und Erweiterung der Internetplattform www.berlin-sicher-mobil.de online.

Die Erstellung von Kinderstadtplänen. Bis Ende 2012 wurden in 25 Grundschulen in Projektarbeiten Kinderstadtpläne erstellt. Arbeitshilfen stehen allen Grundschulen zur Verfügung.

Das Projekt „Toter Winkel“ als fester Bestandteil der schulischen Mobilitätserziehung.

Die Schulung von jungen Fahrern zwischen 18 und 25 Jahren beim Fahrsicherheitstraining.

Die Fortsetzung der im Mai 2012 gestarteten „Rücksicht“-Kampagne für Radverkehrssicherheit und Konfliktvermeidung im Stadtverkehr.

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