Jonnys Vermächtnis bleibt

11. Oktober 2013 | Themenbereich: Berlin, Innere Sicherheit | Drucken

In der Nacht zum 14. Oktober 2012 wurde der junge Jonny K. in der Nähe des Alexanderplatzes ins Koma getreten. Er verstarb am nächsten Tag.

Anlässlich des ersten Jahrestages des Gewaltverbrechens erklärt Berlins Innensenator Frank Henkel: „Unsere Stadt hat mit Jonny einen jungen Menschen verloren, der uns fehlt. Die entsetzliche Tat macht uns noch heute fassungslos. Das Verbrechen hat uns auf schmerzlichste Weise vor Augen geführt, dass Gewalt ein ständiger Begleiter in unserer Gesellschaft ist und wir den Kampf gegen Verrohung und Brutalität nur mit einem langen Atem gewinnen können.

Wenn aus dieser dunklen Stunde überhaupt etwas Gutes erwachsen konnte, dann die Tatsache, dass sie eine dringend notwendige und breite Debatte über Werte und Gewalt ausgelöst hat. Engagierte Menschen wie Jonnys Schwester Tina sind in die Öffentlichkeit getreten. Ihr tapferer Umgang mit dem Schicksal ihres Bruders und ihr Engagement gegen Gewalt sind bewundernswert und inspirierend. Das gilt auch für viele andere Vorbilder. Während früher vor allem die Gewalttäter in den Medien dominierten, kommen jetzt zunehmend auch junge Menschen zu Wort, die sich gegen Gewalt engagieren und für ein friedliches Miteinander kämpfen.

Ich habe auf den Terminen meines Wertedialogs viele junge Menschen kennen gelernt, deren Engagement Mut macht – im Sport, in der Schule, auf der Straße, in Präventionsprojekten. Diese jungen Vorbilder sollten im Mittelpunkt stehen. Sie sind nicht sprachlos, aber sie hatten viel zu lange keine Stimme. Hier hat sich im vergangenen Jahr viel zum Positiven bewegt.

In der Debatte ist angeklungen, dass Polizei und Justiz, so gut sie auch arbeiten, nicht alle Probleme lösen können. Dennoch war es richtig, nach diesem Vorfall die Maßnahmen auf dem Alexanderplatz zu erhöhen, durch mehr Streifen und ein Kontaktmobil, das die Polizeipräsenz noch sichtbarer macht. Aber Gewalt kann überall explodieren, auch hinter der Wohnungstür oder in einer Seitenstraße. Deshalb können die Sicherheitsmaßnahmen nur ein kleiner Baustein sein. Wichtiger ist die Veränderung in den Köpfen. Deshalb müssen wir das Thema Gewalt auch weiterhin auf allen Ebenen zum Thema machen.

Es ist ein wichtiges Zeichen, dass das Gedenken an Jonny einen festen Platz auf dem Alexanderplatz bekommt. Wir stehen in der Pflicht, auch in unserem politischen und gesellschaftlichen Handeln seinem Vermächtnis gerecht zu werden.“

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