Schutz von Leben und Gesundheit ist keine Abzocke

4. Oktober 2013 | Themenbereich: Schleswig-Holstein, Verkehr | Drucken

Im Kampf gegen überhöhte Geschwindigkeit im Straßenverkehr beteiligt sich Schleswig-Holstein erstmals an einer bundesweiten Kontrollaktion. Mit dem ersten flächendeckenden so genannten Blitzmarathon wollen die Länderpolizeien Autofahrer vor den Gefahren überhöhter und nicht angepasster Geschwindigkeit warnen. Ab 6 Uhr morgens am 10. Oktober werden für 24 Stunden in ganz Deutschland Geschwindigkeitskontrollen erfolgen. Die Messungen erfolgen an bekannten Unfallschwerpunkten sowie sensiblen Orten wie Kindergärten, Schulen und Altenheimen. Zudem wird an Stellen kontrolliert, die der Polizei von Bürgerinnen und Bürgern als auffällig genannt werden. In Schleswig-Holstein wird es an insgesamt 121 Stellen Kontrollen geben. An der Aktion beteiligen sich in Schleswig-Holstein alle Polizeidirektionen der Landespolizei sowie neun Kommunen.

Die auf Beschluss der Innenministerkonferenz stattfindende Aktion setzt bewusst auf eine breite Öffentlichkeitsarbeit. So wird die Polizei die Kontrollstellen vor dem Einsatz bekannt geben. Vertreter der Medien sind ausdrücklich zu einer Berichterstattung vor Ort eingeladen. Durch die breite Beteiligung der Öffentlichkeit soll die Sensibilität für das Thema überhöhte Geschwindigkeit und ihre möglichen Folgen erhöht werden.

Innenminister Andreas Breitner begrüßte heute (2. Oktober) in Kiel die Aktion: „“Überhöhte Geschwindigkeit ist nach wie vor die häufigste Ursache für tödliche Verkehrsunfälle und Unfälle mit Verletzten.““ Der Blitzmarathon sei aktive Vorbeugung gegen Geschwindigkeitsverstöße. Erfahrungen aus ähnlichen Aktionen einzelner Länder zeigten, dass nicht nur während des Zeitraumes der Kontrollen vorsichtiger gefahren werde. Der Effekt wirke auch darüber hinaus. „“Maßnahmen zum Schutz von Leben und Gesundheit sind keine Abzocke““, so Breitner. Er setze darauf, dass die große Transparenz des Blitzmarathons die Akzeptanz der Geschwindigkeitsüberwachung erhöhen werde. Breitner appellierte an alle Verkehrsteilnehmer: „“Nehmen Sie Rücksicht, fahren Sie nicht zu schnell und machen sie damit unsere Straßen sicherer!““

Im vergangenen Jahr starben in Deutschland 3.606 Menschen bei Verkehrsunfällen, davon war in 1.331 Fällen (37%) nicht angepasste Geschwindigkeit die Unfallursache. In Schleswig-Holstein registrierte die Polizei 2012 insgesamt 11.724 Unfälle mit Personenschäden. Dabei wurden 14.921 Menschen verletzt, 2.498 mal (21 %) war nicht angepasste Geschwindigkeit die Unfallursache. 29 Menschen verloren 2012 bei Geschwindigkeitsunfällen ihr Leben, weitere 5.379 wurden verletzt.

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