Deutsche maritime Sicherheitsdienstleister in den USA wegen Verschwörung zum Mord angeklagt

2. Oktober 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die Bedenken hinsichtlich privater Sicherheitsdienstleister erweisen sich als berechtigt

Die Vorwürfe gegen die zwei deutschen maritimen Sicherheitsdienstleister Dennis G. und Michael F. klingen wahrhaftig abenteuerlich. Die beiden Ex-Bundeswehrsoldaten sollen gemeinsam mit ihren polnischen und amerikanischen Komplizen geplant haben, im Auftrag der kolumbianischen Drogenmafia, einen Agenten der amerikanischen Antidrogenbehörde DEA und einen Schiffskapitän zu ermorden. Nach Medieninformationen rekrutierte der Kopf der Bande, ein 42-jähriger ehemaliger Feldwebel der US-Army, Ende 2012 eine Gruppe von Ex-Elitesoldaten, darunter auch die beiden Deutschen, für diverse „Bonusjobs“ außerhalb ihres maritimen „Kerngeschäfts“. Diese „Bonusjobs“, zu denen auch der Drogen- und Waffenschmuggel gehörte, sind nun Gegenstand des amerikanischen Ermittlungsverfahrens.

„Vielleicht ist dieser Vorfall auch nur die Spitze eines Eisberges,“ sagt Denny Vorbrücken, Geschäftsführer des BDK- Verbandes Bundeskriminalamt, der schon früher auf die Gefahren privater maritimer Sicherheitsdienstleister hingewiesen hatte. „Man ist versucht laut zu rufen: Die ich rief, die Geister, werd ich nun nicht los. Fernab der Realität wurde in Deutschland ein Markt für Söldner geschaffen, der nunmehr droht aus dem Ruder zu laufen.“

Mit der Zertifizierung maritimer Sicherheitsunternehmen sollte der rechtliche Rahmen geschaffen werden, ausschließlich zuverlässige und erfahrene Sicherheitskräfte auf Schiffen einzusetzen. Ehemalige Soldaten und Polizeibeamte sollten die Gelegenheit erhalten, eine adäquate Verwendung nach ihrer aktiven Dienstzeit zu bekommen.

„Doch wie sehen diese Sicherheitsdienstleister tatsächlich aus und wie zuverlässig sind sie?“, fragt Vorbrücken, und verweist hier auf das Internet. „Das Internet ist voller Security-, Protecting-, und Consultingunternehmen mit schillernd klingenden Namen und bunten Homepages. Sie werben mit „Medic-Kenntnissen“ und guten Schiessleistungen. Dahinter verbergen sich leider allzu oft Einpersonenunternehmen von ehemaligen Zeitsoldaten in Mannschaftsdienstgraden, wie die von Dennis G., der auch schon für einen Marktführer im Bereich maritime Sicherheit gearbeitet haben will.“

„Herr, die Not ist groß. Die ich rief die Geister, werd ich nun nicht los,“ sagt der Zauberlehrling in Goethes gleichnamiger Ballade. Wir wissen alle wie diese Geschichte endet. Ein Spruch des Meisters beendet den Spuk. Wer beendet nun diesen Spuk oder müssen wir in Zukunft mit weiteren Berichten dieser Art rechnen?

 

Quelle: BDK-Verband Bundeskriminalamt

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