Schutz vor Wohnungseinbrüchen

23. September 2013 | Themenbereich: Niedersachsen, Prävention | Drucken

Der Schutz vor Wohnungseinbrüchen stand im Mittelpunkt zahlreicher Vorträge, Workshops und reger Diskussionen des 9. Niedersächsischen Präventionstages, der heute in der Universität Hildesheim stattfand. Hintergrund des diesjährigen Veranstaltungsschwerpunktes sind die bundesweit gestiegenen Fallzahlen statistisch erfasster Wohnungseinbrüche.

Herr Justizstaatssekretär Wolfgang Scheibel dankte in seiner Eröffnungsansprache dem Niedersächsischen Landespräventionsrat für sein Engagement, gemeinsam mit dem Landeskriminalamt Niedersachsen als Partner in diesem Jahr die Präventionsarbeit für ein sicheres Zuhause in den Mittelpunkt der Veranstaltung gerückt zu haben.

Scheibel: „Wenn das sichere Zuhause gefährdet ist oder auch nur gefährdet erscheint, hat dies für das Sicherheitsempfinden der Menschen erhebliche Auswirkungen. Wohnungseinbrüche führen nicht selten auch zu erheblichen psychischen Belastungen bei den Betroffenen. Aufgerissene Schubladen, durchwühlte Schränke, der Verlust persönlicher Gegenstände und das Wissen, dass ein Fremder in die eigene Privatsphäre eingedrungen ist, verunsichern Betroffene zutiefst. Es ist deshalb wichtig, gemeinsam alle möglichen Anstrengungen zu unternehmen, um die Sicherheit im häuslichen Bereich dort, wo es nötig ist, zu verbessern.“

Der Justizstaatssekretär hob insbesondere die wichtige Arbeit der 200 kommunalen Präventionsräte in Niedersachsen und ihre eng verzahnte Zusammenarbeit mit nichtstaatlichen und staatlichen Stellen auf Landesebene hervor. Sie seien prädestiniert, Problemlagen vor Ort zu analysieren, Frühwarnsysteme zu entwickeln und Maßnahmen aller Akteure unter Einbeziehung der Bürgerinnen und Bürger zu entwickeln. „Es wäre aus meiner Sicht ein gutes Ergebnis der heutigen Veranstaltung, wenn sich künftig noch mehr Präventionsräte des Themas „Sicheres Zuhause“ annehmen würden“, so Scheibel abschließend.

Im Anschluss an die Begrüßungsworte des Justizstaatssekretärs schlossen sich Vorträge und zahlreiche Workshops an. Diese beschäftigten sich thematisch mit baulichen und technischen Sicherheitsfragen, Qualitätssiegeln für sicheres Wohnen, Nachbarschaftsfragen, aber auch dem häuslichen Schutz älterer und pflegebedürftiger Menschen vor Kriminalität und Gewalt sowie dem Schutz von Kindern im häuslichen Bereich.

Hintergrund:

Kriminalprävention ist das aktive Zusammenwirken vieler gesellschaftlicher Kräfte mit dem Ziel, Straftaten vorzubeugen. Rund 70 Prozent der ermittelten Straftäter begehen Delikte in ihrem unmittelbaren Wohnumfeld – in ihrer Gemeinde oder innerhalb der Grenzen ihres Landkreises. Ein großer Teil der Kriminalität hat seine Ursachen demnach auch in örtlichen Gegebenheiten und kann darum auch örtlich beeinflusst werden. Bisher sind in 200 niedersächsischen Städten und Gemeinden kommunale Präventionsgremien entstanden, die sich fachübergreifend über örtliche Kriminalitätsprobleme austauschen sowie konkrete Präventionsmaßnahmen initiieren.

Um die Kommunen bei ihrer Präventionsarbeit zu unterstützen, Fachleute in ganz Niedersachsen miteinander zu vernetzen und die Haltung der gesamt-gesellschaftlichen Prävention zu fördern, wurde 1995 der Landespräventionsrat Niedersachsen (LPR) gegründet. Der LPR ist ein eigenständiges Beratungsorgan der Landesregierung sowie örtlicher Präventionsgremien. Seine globalen Zielsetzungen sind die Reduzierung des Kriminalitätsaufkommens und die Verbesserung des subjektiven Sicherheitsgefühls der Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen.

Zu den Mitgliedsorganisationen des LPR zählen derzeit 200 kommunale Präventionsgremien sowie rund 70 landesweit tätige Verbände, wissenschaftliche Einrichtungen sowie Ministerien und nachgeordnete Behörden.

Der Vorstand repräsentiert die Mitgliederversammlung und ist das Beschluss- und Beratungsgremium des LPR. Er besteht aus 13 Mitgliedern: einer/einem Vorsitzenden, sechs gewählten Vertreter/innen der Mitglieder (davon drei aus dem kommunalen Bereich und drei aus den landesweiten nichtstaatlichen Organisationen), je einer/einem von den Ressorts benannten Vertreter/in (MI, MJ, MK, MS), der Staatskanzlei sowie dem/der Geschäftsführer/in. Die derzeitige ehrenamtliche Vorsitzende ist Frau Prof. Dr. Ute Haas, Ostfalia-Hochschule.

Die LPR-Geschäftsstelle im Niedersächsischen Justizministerium ist die hauptamtliche Fach- und Servicestelle für die LPR-Mitgliedsorganisationen und den Vorstand. Geschäftsführer ist Erich Marks, stellvertretende Geschäftsführerin Susanne Wolter. Die derzeit 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Geschäftsstelle im Niedersächsischen Justizministerium entwickeln Konzepte und koordinieren Maßnahmen, die zur Zielerreichung notwendig sind. Hierbei stimmt sich die Geschäftsstelle eng mit dem Vorstand des LPR ab.

 

Arbeitsschwerpunkte des LPR:

Beratung, Förderung und Qualifizierung von kommunalen Präventionsgremien

Die Geschäftsstelle des LPR berät Kommunen bei der Organisation und Gestaltung ihrer Präventionsarbeit. Zudem bezuschusst der LPR im Rahmen seines Förderprogramms Projekte, die die kommunale Prävention in Niedersachsen stärken. Im Rahmen des „Beccaria-Qualifizierungsprogramms“ hat der LPR bisher 120 Praktikerinnen und Praktiker aus niedersächsischen Kommunen zur „Fachkraft für Kriminalprävention“ qualifiziert.

 Entwicklung und Umsetzung von Konzepten für die kriminalpräventive Arbeit

Die LPR-Geschäftsstelle erarbeitet Präventionskonzepte und Strategien für die kriminalpräventive Arbeit und setzt diese u. a. in Form landesweiter Modellprojekte um. In diesem Zusammenhang ist besonders die Arbeit der Koordinierungsstelle „Häusliche Gewalt“, die Landeskoordinierungsstelle Rechtsextremismus, das Programm Communities That Care und die Fachstelle Opferschutz im LPR hervorzuheben.

 Information und Wissenstransfer zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten

Der LPR führt regelmäßig Veranstaltungen zu unterschiedlichen Themenschwerpunkten durch. Hierzu zählen der jährliche Niedersächsische Präventionstag sowie die Veranstaltungsreihen „Niedersächsische Regionalkonferenz Kommunale Kriminalprävention“, „Verantwortung übernehmen im Norden“ (zum Thema Rechtsextremismus) sowie „Betrifft: Häusliche Gewalt“. Informationen zu wirksamen Präventionsprogrammen sowie zu Präventionsprojekten des Landes bieten zum einen die Online-Datenbank „Grüne Liste Prävention“ sowie die ressortübergreifende Datenbank „NiMaP“.

Mitwirkung in Kooperationen / Netzwerken / Partnerschaften für Kriminalprävention

Der LPR kooperiert mit Akteuren im Bereich der Kriminalprävention und wirkt zudem in Foren und Netzwerken auf Landes-, Bundes- und EU-Ebene beratend mit, die durch Dritte initiiert und koordiniert werden. Beispielhaft wirkt der LPR auf Landesebene in der Sicherheitspartnerschaft Städtebau sowie in der Sicherheitspartnerschaft Wirtschaftskriminalität mit. Auf Bundesebene bestehen enge Kontakte zum Deutschen Forum für Kriminalprävention (DFK). Auf europäischer Ebene ist der LPR z. B. Mitglied im Deutsch-Europäischen Forum für Urbane Sicherheit (DEFUS).

 

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