Mehr Einstellungen in den Polizeidienst: Überfälliger Schritt

10. September 2013 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Als richtigen, wenn auch überfälligen Schritt in die richtige Richtung begrüßt der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) – Landesverband Brandenburg – die Entscheidung der Landesregierung, 2013 und 2014 insgesamt 130 Polizeianwärter mehr einzustellen als ursprünglich vorgesehen. Der nach wie vor exorbitante personelle Aderlass bei der Brandenburger Polizei, dessen sofortigen Stopp der BDK auch weiterhin fordert, werde damit perspektivisch ein wenig abgefedert, sagte der BDK-Landesvorsitzende Riccardo Nemitz (40) in einer ersten Stellungnahme. Die Kriminalisten vermissten allerdings „ein deutliches Signal für mehr Fachlichkeit“, so Nemitz weiter. Er wiederholte seine Kritik am generalistischen Ausbildungsmodell der Brandenburger Polizei.

Bislang werden in Brandenburg nur Polizisten mit einer einheitlichen Ausbildung in den Dienst geschickt. Eine Spezialisierung für Schutz- und Kriminalpolizei gibt es seit über zwei Jahrzehnten nicht mehr. Dies spiegelt sich auch in der Qualität der Ermittlungsarbeit wieder. Eine Kritik, die auch von den Staatsanwaltschaften geteilt wird. Gerade jetzt sollte die Gelegenheit genutzt werden und speziell für beide Berufe – den des Schutzpolizisten als auch des Kriminalpolizisten auszubilden. „Damit würden gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen“ so Nemitz weiter: Zum einen würden für die jungen Leute im Land attraktivere Anreize für interessante Berufe geschaffen und zum anderen würde die Kripo leistungsfähiger. Das käme der von der Landesregierung nach wie vor stiefmütterlich behandelten Verbrechensbekämpfung unmittelbar zugute und wäre noch dazu kostenneutral. Der neue Innenminister Ralf Holzschuher habe es in der Hand nachzusteuern und an der Fachhochschule der Polizei (FHPol) in Oranienburg Kripo-Klassen einzurichten, wie es der BDK immer wieder anmahnt.

Ursprünglich plante die Landesregierung die Streichung von 1.900 Stellen bei der Brandenburgischen Polizei. 20 Prozent hiervon sollte die Kripo betreffen. Aufgrund von unüberhörbarem Unmut aus Bevölkerung, Opposition und Polizeigewerkschaften soll der der geplante Stellenabbau nun etwas zurückgeschraubt werden. Ausreichend seien die neuen Pläne des Innenmisters allerdings nicht. In den kommenden Jahren gehen viele Kriminalisten in den Ruhestand – mehr als in anderen Bereich der Polizei. So gilt es besonders bei der Kriminalpolizei jungen Frauen und Männer einzustellen, um eine gesündere Altersstruktur zu schaffen und die Arbeitsfähigkeit der „hoffnungslos überalterten Kripo“ überhaupt noch gewährleisten zu können.

 

 

 

 

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