Rahmenbedingungen für Lkw-Fahrer verbessern

22. August 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Verkehr | Drucken

Verkehrsminister Winfried Hermann begleitete den Lkw-Fahrer Martin Brandner einen halben Tag lang auf seiner Tour. Er löste damit ein Versprechen ein, dass er beim verkehrspolitischen Dialog mit der Zielgruppe im Februar gegeben hatte. Im Interview erklärt Hermann, wie er die Situation der Berufskraftfahrerinnen und Berufkraftfahrer einschätzt und was das Land unternimmt, um deren Rahmenbedingungen zu verbessern.

Wie ist die aktuelle Situation der Transport- und Logistikbranche in Baden-Württemberg. Wie wird sie sich in Zukunft verändern?

Die Branche steht aktuell und in Zukunft vor enormen Herausforderungen. Größtes Problem ist der Nachwuchsmangel – 40 Prozent der Beschäftigten sind über 50 Jahre alt. Fragt man sie, warum sie sich für diesen Beruf entschieden haben, dann hört man meistens „der Spaß am Fahren“. Dem entgegen stehen Stressfaktoren wie enge Baustellen, permanenter Zeitdruck oder lange Fahrtzeiten sowie das verhältnismäßig geringe Einkommen.

Den Beruf und seine Rahmenbedingungen wo möglich attraktiv zu halten bzw. zu machen, ist auch Aufgabe des Landes. Die Fahrerinnen und Fahrer vertreten eine bedeutende Branche: Baden-Württemberg gehört zu den größten Logistikstandorten Deutschlands. Besonders in Stuttgart, Mannheim und Ulm sind viele Logistikunternehmen ansässig. 111.000 Beschäftigte sind in Baden Württemberg momentan in Logistikunternehmen tätig – der Großteil im Speditions- und Straßengüterverkehr.

Was tut das Land um die Rahmenbedingungen für Lkw-Fahrerinnen und -Fahrer zu verbessern?

Wir sorgen für einen guten Zustand des Straßennetzes und damit des Arbeitsplatzes der Fahrerinnen und -Fahrer. Die Landesregierung hat ab 2012 die Mittel für Erhalt und Sanierung der Landesstraßen verstärkt und fordert beim Bund das gleiche für die Bundesfernstraßen ein. Mit unserem Verkehrssicherheitskonzept arbeiten wir außerdem daran, für alle Verkehrsteilnehmer Stress abzubauen und die Sicherheit auf den Straßen zu verbessern. Das hilft besonders den Berufskraftfahrern. Daneben geschieht viel in den Bereichen bessere Verkehrssteuerung und Telematik.

 Welche Maßnahmen sind speziell auf die Zielgruppe zugeschnitten?

Das Land hat in den vergangenen vier Jahren circa 1.200 neue Lkw-Stellplätze entlang der baden-württembergischen Autobahnen gebaut und beispielsweise neue technische Systeme zur Stellplatzanzeige getestet. Diese Ansätze verfolgen wir konsequent weiter, sie werden die Rahmenbedingungen für Lkw-Fahrerinnen und Fahrer verbessern.

Um Stress für Lkw-Fahrer zu reduzieren, helfen auch Regelungen zum Überholen von Lkw – zur Verhinderung sogenannter Elefantenrennen. Die Landesregierung wird auch weiterhin darauf achten, dass die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten und eine ausreichende Ladungssicherheit intensiv kontrolliert werden. Das kommt letztlich auch den Fahrerinnen und Fahrern zugute. Ein ganz entscheidender Punkt ist für mich aber auch die Frage der Wertschätzung. Der Beruf stellt hohe Ansprüche: Wer einen 40-Tonner über stark befahrene Straßen lenkt, trägt beträchtliche Verantwortung, muss hochkonzentriert sein und braucht enorme Umsicht. Davor habe ich großen Respekt. Ich appelliere daher an alle Verkehrsteilnehmer, sich dieser Leistung bewusst zu sein und sie zu würdigen, anstatt LKWs vor allem als Hindernis zu betrachten.

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