Berliner Kripo macht Stadtrundfahrt im grünen Leibchen

21. August 2013 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der Berliner Innensenator Henkel schmückt sich öffentlich mit Erfolgen im Kampf gegen die Rockerkriminalität und sagt kriminellen arabischen Großfamilien den Kampf an. Klingt gut, doch die Realität ist eine andere: „Da sollen genau die für Kriminalitätsbekämpfung ausgebildeten Kriminalisten durch Leistung von Überstunden jetzt die Angestellten im Objektschutz ersetzen, die endlich ihre angehäuften Überstunden abbauen sollen“, erklärt der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz den unglaublichen Personaleinsatz der Berliner Kriminalisten.

So fahren also Kriminalbeamte ab der Besoldungsstufe A9 aufwärts mit grünen Polizeiwesten vor Botschaften und sonstigen schutzwürdigen oder auch nur repräsentativen Objekten im blau-weißen Kleinwagen vor, um so Sicherheit zu suggerieren. Tatsächlich verfügen viele Objekte über einen eigenen Sicherheitsdienst, die polizeiliche Objektschutzstreife dient hier nur der Galerie.

Bereits im Juli dieses Jahres hat der BDK auf das Thema aufmerksam gemacht. Damals betraf es die Kriminalbeamten in den örtlichen Direktionen. Nunmehr werden auch die Kriminalisten im LKA eingebunden – also eben aus den Bereichen, wo unter anderem gegen kriminelle arabische Großfamilien, Rotlichtkriminalität und die tatsächlich noch nicht nachhaltig bekämpfte Rockerkriminalität vorgegangen werden kann.

Warum das Ganze? Weil der Regierende Bürgermeister Wowereit und Finanzsenator Nußbaum die Einstellung der erforderlichen Objektschützer versagen. Zu teuer!

Um den Landeshaushalt zu sanieren, müssen nun die Opfer der Kriminalität in Berlin ran, da Ermittlungsverfahren nicht mehr adäquat bearbeitet werden können. Aber der Finanzsenator kann sich mit den Straftätern freuen: Keine Kripo mehr, aber die Einsparungen werden vollzogen!

„Endlich wissen wir, was es heißt: Sparen, bis es quietscht. Es sind die Reifen der Polizeiautos mit Kripos drin, die im Kreis um die Botschaften fahren“, kann der stell. Berliner BDK-Landesvorsitzende Thomas Spaniel die senatliche Entscheidung nur mit Ironie kommentieren.

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