Bei der Justiz klicken nicht nur die Handschellen

16. August 2013 | Themenbereich: Justiz, Nordrhein Westfalen | Drucken

Recht Präsent: Bis zu drei Millionen Mal werden die Internetseiten der Justiz NRW im Monat angeklickt. Die Gründe liegen für Justizminister Thomas Kutschaty auf der Hand: „Die Justiz muss für jeden erreichbar sein, aber auch jeden erreichen. Hierfür ist das Internet das ideale Medium: Über 90 Prozent der Menschen sind mittlerweile online. Hier können wir schnell, kostengünstig und unbürokratisch informieren.“

Das Angebot der Justiz beginnt mit dem Justizportal unter www.justiz.nrw.de. Wer ein bestimmtes Gerichtsurteil sucht oder Rechtsprechung zu einem bestimmten Thema recherchieren will, der wird bei www.nrwe.de fündig: Dies ist eine kostenfreie Online-Datenbank, in der Entscheidungen nordrhein-westfälischer Gerichte, an denen ein öffentliches Interesse besteht, in anonymisierter Form abgerufen werden können. Derzeit stehen hier rund 100.000 Urteile zur Verfügung. Für diejenigen, die stattdessen live bei der Urteilsverkündung dabei sein wollen, werden sämtliche Termine auf den Internetseiten der Gerichte veröffentlicht.

Großen Zulauf findet vor allem der Bereich Bürgerservice. Auf den Seiten finden Interessierte Hilfe in außergewöhnlichen Situationen, in die jeder geraten kann, z. B. ein Mahnbescheid, der ins Haus flattert oder ein Todesfall in der Familie. Zudem sind hier wichtige Formulare abrufbar, beispielsweise der Vordruck für eine Vorsorgevollmacht.

Neben den informativen Bereichen gibt es zudem viele Serviceangebote: Da bietet sich z.B. die Möglichkeit, über Zwangsversteigerungen günstig an ein Haus oder Grundstück zu gelangen. Die Termine stehen im Justizportal und können sogar mobil auf das Smartphone geladen werden.

Weiterhin bietet die Justiz einen Anlaufpunkt für Nachbarn, die Rat und Hilfe suchen: Unter www.streitschlichtung.nrw.de sind die Anschriften aller Schiedspersonen und Gütestellen verzeichnet.

Die Justiz hat aber bekanntermaßen auch ein einnehmendes Wesen: Unter www.gerichtsvollzieher.nrw.de finden Bürgerinnen und Bürger die Kontaktdaten von Gerichtsvollzieherinnen und Gerichtsvollzieher, um diese direkt beauftragen zu können. Die gepfändeten Gegenstände können dann von diesen auf www.justiz-auktion.de zu Geld gemacht werden – ebenso wie beschlagnahmte Gegenstände aus Straftaten. Hier sind gelegentlich richtig gute Schnäppchen zu machen, wie kürzlich eine Reihe von Spielautomaten aus einem geschlossenen Spielcasino. Der teuerste Automat ging gerade einmal für 49 Euro weg.

Daneben gibt es den großen Bereich des Vollzugs: Wer einen Blick hinter die Gittern werfen will, kann dies bei www.podknast.de tun. Hier schildern Inhaftierte ihre Erfahrungen und erzählen, wie sie die Zeit hinter Gittern erleben.

Kreativ wird es auf (www.knastladen.de). Dort werden die in den Betrieben der Justizvollzugsanstalten hergestellten Artikel verkauft, derzeit z.B. Schuhe und Nistkästen in den Farben einiger Bundesligavereine. Weiter geht’s für Kulturfans unter www.knastkultur.de, der Internetseite für künstlerische Aktivitäten im Justizvollzug. Was viele nicht wissen: Hier gibt es viele verschiedene kulturelle Musik-, Kunst-, Literatur- und Theaterprojekte.

 

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