Justizministerin besucht Jugendarrestanstalt in Verden

15. August 2013 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Strafvollzug | Drucken

In Begleitung des Anstaltsleiters Rainer Karsten besichtigte die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz heute die Jugendarrestanstalt in Verden. Dort informierte sie sich über aktuelle Projekte zur Verbesserung des Vollzugs im Jugendarrest.

Hierzu gehört die Verbesserung eines strukturierten Jugendarrestalltags. Neben täglich vier Stunden Schulunterricht oder handwerklicher Beschäftigung sollen alle Arrestanten am Nachmittag an unterschiedlichen Gruppen im Rahmen eines Sozialen Trainings teilnehmen können. Diese reichen von Straftatenreflexion, Drogenprävention, Gewaltprävention bis hin zum Bewerbungstraining. Die Arrestanten werden so besser motiviert, ihr bisheriges Leben zu überdenken, sie zu einer Veränderung zu bewegen und dieser Motivation unmittelbar Taten folgen zu lassen.

Durch eine gemeinsame Initiative der Jugendrichterin des Amtsgerichts Verden, Frau Hastmann-Nott, und der Sozialarbeiterin der Jugendarrestanstalt Verden, Frau Schumacher, haben Arrestanten jetzt auch die Möglichkeit, vom Gericht angeordnete Sozialstunden auch außerhalb der Jugendarrestanstalt bei einzelnen Kooperationspartnern der Stadt Verden (Tierheim, Stadtbibliothek, Seniorenheime, Verdener Tafel, Justizzentrum, Bauhof, Pfadfinderheim) abzuleisten. In diesem Jahr haben bislang 22 Arrestanten von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht.

Niewisch-Lennartz: „Ich habe heute sehr motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angetroffen, die durch ihre innovativen Ideen tatkräftig zur Modernisierung des Vollzugs im Jugendarrest beitragen. Die Landesregierung wird dafür sorgen, dass wir auch die Rahmenbedingungen den Gegebenheiten und Anforderungen der heutigen Zeit anpassen. Die Landesregierung wird deshalb ein Jugendarrestvollzugsgesetz auf den Weg bringen, dass der erzieherischen Förderung arrestierter Jugendlicher in besonderer Weise Rechnung trägt.“

Jährlich werden in Niedersachsen etwa 4.500 Jugendarreste an Jugendlichen und Heranwachsenden vollzogen. Die bisher angewendeten gesetzlichen Regelungen der Jugendarrestvollzugsordnung stammen aus dem Jahre 1976.

 

 

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