Prozess gegen Täter vom Alexanderplatz vor der Urteilsverkündung

14. August 2013 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hält die Anträge der Berliner Staatsanwaltshaft nach langjährigen Haftstrafen gegen die Täter im Jonny K. Prozess für angemessen und richtig. Das in dieser Woche zu erwartende Urteil könne nach Ansicht des DPolG Bundesvorsitzenden Rainer Wendt positive Signale im Kampf gegen Gewalt im öffentlichen Raum senden.

Allerdings, so Wendt, sind weitere Anstrengungen notwendig, um die zunehmende Gewalt einzudämmen: „An öffentlichen Kriminalitätsbrennpunkten – wie in vielen Städten Deutschland schon praktiziert – brauchen wir verstärkte Videoüberwachung. Bei verdächtigen Situationen sollten schnell Spezialisten der Polizei herangezogen werden. Wichtig ist die enge Verzahnung von Technik und dem Einsatz von Personal.“

Politisch sind mehrere Maßnahmen in den vergangenen Monaten auf den Weg gebracht worden. Die Bahn hat ihr Sicherheitspersonal verstärkt, Videotechnik wurde modernisiert und ausgebaut und auch in der Hauptstadt laufen Bemühungen, die Präsenz der Polizei im öffentlichen Raum zu verstärken. Wendt: „Polizeipräsident Klaus Kandt ist auf dem richtigen Weg und am Alexanderplatz sind die ersten Erfolge täglich sichtbar, die Polizei ist für Touristen und Berliner zur Stelle!“

Die DPolG fordert zudem ein Verbot von störendem Alkoholkonsum auf öffentlichen Plätzen. Wendt: „Alkohol und Drogen bilden oft eine gefährliche Grundlage für Gewalttaten. Da ein Totalverbot kaum durchsetzbar sein wird, müssen Ordnungsämter und Polizei rechtlich gestärkt werden. Thüringen geht derzeit mit entsprechenden Gesetzentwürfen beispielhaft voran.“

Ändern müssen sich die Bedingungen für Jugendliche und Heranwachsende im Strafvollzug. „Es darf nicht nur darum gehen, die jungen Straftäter zu verwahren, sondern sie ohne die Strafwirkung zu verfehlen, zu therapieren und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Dazu braucht es einen qualifizierten Strafvollzug, in dem bestens ausgebildete Betreuer und Psychologen arbeiten. Es geht nicht an, dass jüngere Straftäter ihre Strafe oft als Anerkennung ansehen und im Knast zu perfekten Schlägern und Kriminellen herangebildet werden.

Nicht zuletzt müssen junge Menschen zur Gewaltfreiheit erzogen werden. Wendt: „Solch ein bewundernswertes Engagement, wie das von Tina K., sollte gefördert werden. Kinder und Jugendliche müssen in der Familie, in der Schule, in den Vereinen, im Freundeskreis dazu erzogen werden, dass es besser ist, ohne Gewalt zu leben.“

 

 

 

 

 

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.