Neue Dienstbekleidung des AVD

12. August 2013 | Themenbereich: Strafvollzug | Drucken

Vermehrt erreichen den BSBD NRW Klagen von Kolleginnen und Kollegen des allgemeinen Vollzugsdienstes über angebliche, teils erhebliche Qualitätsunterschiede zu der Uniform der Polizei. Insbesondere die Pullover ließen insoweit erhebliche Mängel erkennen.

Für den Gewerkschaftsboss waren diese Hinweise Grund genug, sich der Sache persönlich anzunehmen. Mit seinen Recherchen begann er dort, wo die Pullover hergestellt werden, bei der Firma HALFEN-Strickerei GmbH & Co.KG in Hungenroth / Rheinland-Pfalz. Begleitet wurde Peter Brock von Kollegen der Arbeitskreise AVD und WD im BSBD NRW.

Vor Ort erhielt die BSBD Delegation erste Informationen über Vertriebswege, Bestellmengen und Qualitätsprüfungen. Schriftliche Nachweise über die Qualitätssicherung wurden den Teilnehmern zur Einsichtnahme vorgelegt.

Die Delegation konnte sich einen einen vollständigen Überblick über die Produktionsabläufe verschaffen, beginnend mit der Anlieferung des Rohmaterials, über die Erstellung der Grundware mittels Strickmaschinen, bis zur Fertigstellung der Pullover.

Die Grundware, bestehend aus Rücken-, Vorder- und Seitenteilen, wird nach Bestellgrößen getrennte in Meterware maschinell gestrickt.

In einem weiteren Arbeitsgang, werden die Einzelteile zusammengenäht und in großen Containern vor Ort gelagert. Eine Differenzierung nach Produkten für Polizei oder Justiz erfolgt erkennbar nicht.

Erst nach Eingang der Bestellungen durch die jeweiligen Dienstbekleidungslieferanten wird die entsprechende Anzahl aus diesen Containern entnommen. Nach dem Aufnähen der Landeswappen – getrennt für Polizei und Justiz -, sind die Dienstpullover versandbereit fertiggestellt.

Die Gewerkschafter konnten sich davon überzeugen, dass die Qualität der Ware immer gleich ist und dass es aufgrund des dargestellten Produktionsprozesses zu keinen Qualitätsunterschieden zwischen Polizei und Justiz kommen kann.

Angemerkt sei an dieser Stelle, dass alle im Verkauf befindlichen Pullover ausschließlich von der Firma Halfen produziert werden.

Von dort beziehen die Firmen LHD, Bewernik, TKBO und die zentrale Beschaffungsstelle der Polizei die blauen Dienstpullover.

Der BSBD –Chef sprach gegenüber der Firmenleitung natürlich das leidige Thema des sogenannten „Pillings“ der Pullover an. Ihm wurde umfassend erklärt, dass die Ursache dafür nicht im Bereich der Produktion zu suchen sei, sondern letztlich ein Ergebnis der technischen Vorgaben für die Erstellung dieses Produktes sei, die natürlich einzuhalten sei. Es wurde seitens der Herstellerfirma weiter ausgeführt, dass das „Pilling“ bei keiner Strickware zu verhindern sei. Man könne es lediglich dadurch einschränken, indem die benutzten Fäden fester gestrickt würden. Dies habe allerdings zur Folge, dass dadurch der Tragekomfort der Pullover deutlich verschlechtert werde.

Ein durch die Zentrale Beschaffungsstelle der Justizverwaltung in Castrop-Rauxel in Auftrag gegebenes externes Gutachten bestätigt im Übrigen diese Aussage der Firmenleitung der Firma HALFEN. Darin wird weiter ausgeführt, dass insoweit keine Unterschiede zwischen den Pullovern der Polizei und der Justiz festgestellt wurden.

Im Übrigen konnte sich die Delegation während ihres Rundganges bei der Firma zusätzlich von der Produktion einer qualitativ gleichwertigen Strickjacke überzeugen.

Um hier den immer lauter werdenden Forderungen aus dem Bereich des allgemeinen Vollzugsdienstes gerecht zu werden, hat der BSBD -Landesvorsitzende Peter Brock unmittelbar nach dem Besuch der Firma HALFEN in intensiven Gesprächen mit den zuständigen Sachbearbeitern bei Polizei und im Justizministerium NRW erreichen können, dass über eine Erweiterung der Dienstkleidungsvorschrift nachgedacht wird. So könnte vielleicht doch noch der Wunsch nach Einführung einer blauen Strickjacke für den Bereich der Justiz in Erfüllung gehen. Der BSBD Chef jedenfalls ist davon schon jetzt überzeugt.

 

 

1 Kommentar
Hinterlasse einen Kommentar »

  1. Das finde ich ja SUPER, wenn man sich die Zeit nimmt, die Qualität der Ware vor Ort zu überprüfen!
    Man hätte aber auch dann direkt die Preisgestaltung überprüfen müssen, denn ein Justizbeamter zahlt das Doppelte für ein Kleidungsstück als/wie ein Polizeibeamter! Wie kann das sein, wenn es die gleichen Produktionsabläufe hat?!

    Viel schlimmer ist die Wahrheit, dass ein Justizbeamter mit in einer Besoldungsgruppe von A4 die „Uniform“ selber bezahlen muss, wohl aber die Kollegen im Polizeidienst die in der Besoldungsgruppe A9 anfangen – diese gestellt bekommen!

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.