Strafverfolgungsstatistik für das Jahr 2012 vorgestellt

1. August 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

Die Zahl der rechtskräftig verurteilten Personen in Baden-Württemberg ist im Jahr 2012 so niedrig gewesen wie seit 1980 nicht mehr. Insgesamt wurden 105.458 Menschen verurteilt, das sind 2,5 Prozent weniger als im Jahr 2011 (108.180). Niedriger lag die Zahl zuletzt 32 Jahre zuvor, damals gab es 105.179 Verurteilungen. „Wenn die Zahl der Verurteilungen zurückgeht, ist das selbstverständlich eine positive Entwicklung“, sagte Justizminister Rainer Stickelberger am Donnerstag (1. August 2013) in Stuttgart, wo er zusammen mit der Präsidentin des Statistischen Landesamts, Dr. Carmina Brenner, die Strafverfolgungsstatistik 2012 vorstellte. „Allerdings dürfen wir uns auf dieser Zahl nicht ausruhen, sondern müssen genau hinsehen und differenzieren“, so der Minister.

Er wies darauf hin, dass entgegen dem allgemeinen Trend insbesondere die Verurteilungen wegen Betäubungsmitteldelikten (plus 4,8 Prozent auf 7453) und wegen Wohnungseinbruchsdiebstählen (plus 24,2 Prozent auf 231) zugenommen hätten. „Das bedeutet, dass wir in unseren Präventionsbemühungen nicht nachlassen dürfen.“ Als Beispiele nannte Stickelberger die Beratungsangebote der Polizei zum Thema Einbruchschutz sowie die intensive Zusammenarbeit von Jugendgerichtshilfe, Polizei und Staatsanwaltschaften in den Häusern des Jugendrechts, wo rasch Maßnahmen gegen ein Abdriften junger Menschen in die Kriminalität ergriffen werden könnten. Auch Angebote wie Anti-Gewalt-Trainings in Justizvollzugsanstalten würden zur Resozialisierung und damit zur Prävention beitragen.

Knapp ein Viertel der Verurteilungen im Jahr 2012 in Baden-Württemberg erfolgte aufgrund von Straßenverkehrsdelikten. Nach einer geringen Zunahme im Jahr 2011 ging die Zahl nun wieder zurück, sie sank auf 24.563 (minus 5,8 Prozent). „Erfreulich ist, dass es weniger zu verurteilende Personen waren, die alkoholisiert Verkehrsstraftaten begingen“, stellte der Justizminister fest: Nach 12.741 im Jahr 2011 wurden für 2012 genau 11.730 registriert. Ein Rückgang war auch bei den Verurteilungen im Bereich der Gewaltkriminalität zu verzeichnen (2012: 4589; 2011: 4889), außerdem sank die Zahl der verurteilten Jugendlichen (2012: 6541; 2011: 7228).

 

Weitere Informationen:

Die Strafverfolgungsstatistik wird jährlich erhoben. In der Statistik wird die Tätigkeit der Gerichte erfasst, nachdem Anklage erhoben wurde. Damit sind diejenigen Taten nicht berücksichtigt, bei denen keine Täterinnen oder Täter ermittelt werden konnten. Ebenso wenig fließen Zahlen zu Taten ein, zu denen das Ermittlungsverfahren eingestellt wurde. Insofern kann die Strafverfolgungsstatistik kein umfassendes Abbild der Kriminalität vermitteln. Sie darf nicht mit der Kriminalstatistik der Polizei verwechselt werden.

Als verurteilt gilt eine Person, gegen die nach allgemeinem Strafrecht eine Freiheitsstrafe, ein Strafarrest oder eine Geldstrafe verhängt wurde oder deren Straftat nach Jugendstrafrecht mit Jugendstrafe, Zuchtmittel oder Erziehungsmaßregel geahndet wurde.

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