Hohe Zahl verwendungseingeschränkter Polizisten ist besorgniserregend

25. Juli 2013 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Jeder zehnte der knapp 40 000 Polizisten in NRW ist als Folge seiner jahrelangen Arbeit bei der Polizei gesundheitlich so stark belastet, dass sie nur noch eingeschränkt einsatzfähig ist. 2 528 Polizistinnen und Polizisten sind sogar dauerhaft verwendungseingeschränkt. Sie können zum Beispiel auf Grund von Schlafstörungen nach jahrzehntelangem Schichtdienst nicht mehr im Nachtdienst eingesetzt werden, oder wegen altersbedingter Beeinträchtigungen nicht zu Einsätzen ausrücken, bei denen die Anwendung von körperlichem Zwang notwendig ist. Das geht aus dem heute vom Innenministerium vorgelegten Ergebnisbericht der Arbeitsgruppe Verwendungseinschränkung hervor.

Weil die Zahl der älteren Polizisten in den kommenden Jahren weiter steigen wird, wird die Zahl der eingeschränkt verwendungsfähigen Beamten sogar noch zunehmen. „Das Idealbild der unabhängig von ihrem Lebensalter universell einsetzbaren Polizeibeamten spiegelt sich in der Realität nicht wider. Insbesondere die über 50-Jährigen erfahren zunehmende Einschränkungen der körperlichen Leistungsfähigkeit durch physiologische Alterungsprozesse“, heißt es dazu in dem Ministeriumsbericht.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat angesichts der erschreckenden Zahlen Innenminister Ralf Jäger (SPD) aufgefordert, das Gesundheitsmanagement bei der Polizei weiter auszubauen. „Der Bericht ist ein Weckruf, entschiedener auf den demografischen Wandel bei der Polizei zu reagieren“, sagt GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert. Die GdP fordert zudem, dass jeder Einzelfall geprüft wird. „Im Vordergrund muss die Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit der betroffenen Kolleginnen und Kollegen stehen, nicht deren zwangsweise Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand“, sagte Plickert. „Das darf nur die absolute Ausnahme sein.“

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