Gewerkschaftschef bemängelt antike Bearbeitungsverfahren bei der Beihilfe

23. Juli 2013 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Der Vorsitzende der DPOLG Bundespolizeigewerkschaft, Ernst G. Walter, bemängelt erneut die langen und nicht mehr der Zeit entsprechende Bearbeitungsverfahren bei der Abrechnung von Beihilfeanträgen. „Ich kann heute mit meinem Smartphone im Geschäft bezahlen und der Betrag ist bereits vom Konto abgebucht, wenn ich vom Einkauf wieder nach Hause komme. Bei der Abrechnung der Beihilfe hat sich in den letzten Jahrzehnten dagegen rein gar nichts getan“ so Walter. Die Beamten und Pensionäre müssen deshalb zum Teil mehrere Tausend Euro an Krankenhäuser, Ärzte, Apotheken usw. vorstrecken und hierfür nicht selten auch Kredite aufnehmen. „Das vermag ich weder einzusehen noch hinzunehmen!“

Damit ihm nicht Stimmungsmache vorgeworfen werden kann, hat er auch schon einen Vorschlag parat, wie die Nachteile für die Beihilfeberechtigten abgewendet werden kann: Jeder Beihilfeberechtigte erhält eine „Beihilfekarte“, auf der – ähnlich wie bei den Versicherungskarten – alle wesentlichen Beihilfemerkmale enthalten sind, und mit der sich der Beamte/Pensionär beim Arzt oder im Krankenhaus ausweist. Diese könnten dann direkt mit der Beihilfestelle in Verbindung treten und abrechnen. „Damit hätten wir auch eine erhebliche Reduzierung des Verwaltungsaufwandes erreicht“.

In den letzten Tagen war über ähnliche Defizite beim Abrechnungsverfahren bei Bundeswehrangehörigen sowie bei den Ländern Nordrhein-Westfalen und Hamburg berichtet worden. Ganz so zuversichtlich wie Bundesverteidigungsminister beurteilt Walter die Lage hingegen nicht. De Maizière hatte seinen Soldaten versprochen, innerhalb von zwei bis drei Monaten Bearbeitungszeiten von bis zu 15 Tagen zu erreichen. Der Gewerkschaftschef sieht daher die Probleme bei der Abrechnung eher als ein strukturelles Problem, dass sich nur mittels modernster Abrechnungsverfahren bewältigen lässt.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.