Innenminister Pistorius stellt Feuerwehrbericht 2012 vor

15. Juli 2013 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Niedersachsen | Drucken

„Das Hochwasser an der Elbe hat es wieder bestätigt – Niedersachsens Feuerwehren stellen sich jederzeit auch außergewöhnlichen Anforderungen“, so Innenminister Boris Pistorius anlässlich der Vorstellung des Jahresberichts 2012 der niedersächsischen Feuerwehren. Flächendeckende ehrenamtliche Feuerwehrstrukturen zwischen den ostfriesischen Inseln, dem Emsland und dem Harz garantieren den Einsatz von Großverbänden, die kurzfristig abruf- und einsetzbar sind. „Auch dank dieser hervorragenden Infrastruktur konnten insgesamt 72 Kreisfeuerwehrbereitschaften bei der Flut an der Elbe in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg, aber auch in Magdeburg wirkungsvolle Hilfe leisten“, fuhr der Minister fort.

2012 rückten die Feuerwehren zu 20.240 Brandeinsätzen aus und leisteten 51.104 mal technische Hilfeleistungen. Diese intensiven Anforderungen können aber auch zukünftig nur dann gewährleistet werden, wenn es ausreichend Personal gibt.

2012 ist die Mitgliederanzahl annähernd gleich geblieben, sie ist um 710 auf 124.030 gesunken. Vor zehn Jahren gab es noch 132.331 Mitglieder. Erfreulich ist dagegen die Entwicklung bei den weiblichen Brandschützern, die von 8.972 in 2002 auf 12.671 Frauen in 2012 gestiegen ist, das entspricht einer Steigerung von über 40 Prozent in diesem Zeitraum. Der Frauenanteil in den Feuerwehren beträgt im Landesdurchschnitt 10,2 %.

„Der demographische Wandel ist natürlich auch für den Brandschutz in Niedersachsen eine große Herausforderung. Deshalb wird auch in diesem Jahr die 2012 begonnene Imagekampagne fortgesetzt“, so Pistorius. Ein weiteres wichtiges Anliegen des Ministers ist die Akzeptanz der Arbeitgeber in der Privatwirtschaft für das Ehrenamt. „Schließlich bekommen Unternehmen mit Ehrenamtlichen Mitarbeiter, die bereit sind, sich einzubringen und die über den Tellerrand schauen“, sagte der Minister.

Die Feuerwehr hat aber auch vor allem in ländlich geprägten Regionen des Landes eine große kulturelle und soziale Bedeutung. Ganz im Sinne des diesjährigen Mottos des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen: „Feuerwehr – Ein starkes Element der Gesellschaft!“. In diesem Sinne begrüßt der Minister die Bemühungen, noch mehr Frauen und natürlich Menschen mit Migrationshintergrund für einen aktiven Einsatz in der niedersächsischen Feuerwehr zu begeistern.

Auch die frühzeitige Nachwuchswerbung in den Kinder- und Jugendfeuerwehren ist ein wichtiges Element für eine auch in Zukunft erfolgreiche niedersächsische Feuerwehr. Erfreulich ist, dass insbesondere die Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren die Mitgliederzahlen des Nachwuchses insgesamt steigen lassen, obwohl die Zahl der Mitglieder in den Jugendfeuerwehren leicht zurück gingen.

Insgesamt 38.958 Kinder und Jugendliche konnten sich 2012 spielerisch und mit vielfältigen Freizeitaktivitäten mit den Aufgaben der Feuerwehr vertraut machen. Optimale Trainings- und Schulungsbedingungen dienen der Sicherung des hohen Niveaus der überwiegend ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Daher werden die Planungen zur Errichtung eines Trainings- und Technikzentrums der Niedersächsischen Akademie für Brand- und Katastrophenschutz am Standort Celle-Scheuen nahtlos weitergeführt. Derzeit läuft die Bauleitplanung durch die Stadt Celle.

Parallel werden die Grundlagen geschaffen, die nach der Neuausrichtung der NABK im zweiten Halbjahr 2012 notwendig sind. Dazu arbeiten das Finanzressort, das Innenressort und die Stadt Celle im engen Schulterschluss. Dabei werden die Belange der Kommunen genauso abgedeckt wie die Anforderungen an eine moderne, innovative, praxisnahe und ganzheitliche Ausbildung.

2012 wurden in 391 Lehrgängen und Fortbildungsveranstaltungen 10.461 Angehörige der insgesamt 3.328 Ortsfeuerwehren, der elf Berufsfeuerwehren, der zwei hauptberuflichen Wachbereitschaften und der 102 Werkfeuerwehren ausgebildet. Pistorius dankte ausdrücklich allen Feuerwehrangehörigen, die unermüdlich und mit hoher Professionalität 2012 ihre Gesundheit und ihr Leben riskiert haben, um anderen Menschen in Not zu helfen. Der Minister richtete auch den im Juni 2013 in Magdeburg eingesetzten Feuerwehrangehörigen den besonderen Dank des Oberbürgermeisters Dr. Lutz Trümper aus.

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