Lagebildgewinnung aus der Luft

9. Juli 2013 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz | Drucken

Im Bevölkerungsschutz können mit Hilfe von Fernerkundungsdaten wichtige Erkenntnisse für die Lagebewertung gewonnen werden. Dies zeigten das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und das Zentrum für satellitengestützte Kriseninformation (ZKI) des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Stuttgart.

Auf dem Landesfeuerwehrtag in Stuttgart am 28. und 29. Juni 2013 haben das DLR und das BBK ein mobiles Lagezentrum betrieben. Dort wurden Informationen aus verschiedenen Fernerkundungssensoren gesammelt, ausgewertet und aufbereitet. Interessierte Besucherinnen und Besucher nutzten die Gelegenheit, um den Forschern des DLR bei ihrer Arbeit über die Schulter zu schauen und Fragen zu stellen. Umgekehrt befragten BBK und DLR auch die Gäste, um Erkenntnisse für die Weiterentwicklung zu gewinnen.

Publikumsmagnet Oktokopter

„Ist das hier vom Satellit gemacht?“ war wohl die häufigste Frage, die beim Blick auf eine Aufnahme des Stuttgarter Schlossplatzes von den Besucherinnen und Besuchern gestellt wurde. Tatsächlich stammte das Bild von der vom DLR entwickelten 3K-Kamera, die in einer Höhe von 1.700 Metern mit einem Flugzeug über den Veranstaltungsort geflogen war. Als Publikumsmagnet erwies sich darüber hinaus vor allem der so genannte Oktokopter. Ein Micro Aerial Vehicle (MAV), das mit einer Fernbedienung vom Boden aus gesteuert wird. Dabei können die Aufnahmen zeitgleich auf dem Bildschirm des Piloten verfolgt werden. Nach der Landung werden die Bilder dann zu Lageinformationsprodukten weiterverarbeitet. So wurde in Stuttgart beispielsweise eine 3-D-Übersicht des Schlossplatzes erstellt. Diese kann mit einem handelsüblichen Programm, das PDF-Dateien verarbeitet, betrachtet werden.

Dr. Monika Gähler, Leiterin des ZKI, erklärte, welche Sensorik in welcher Höhe eingesetzt wird: „Für langanhaltende und großflächige Lagen ist der Satellit gut geeignet, für kleinräumige, sehr dynamische Situationen ist der Einsatz von Micro Aerial Vehicles, kurz MAV, sinnvoll.“

BBK setzt auf komplementäre Sensorik

Aus fachlicher Sicht kann der größte Nutzen aus dem Verbund unterschiedlicher Sensoren gezogen werden. Neben den fachlichen und technischen Anforderungen spielen aber auch daten- und persönlichkeitsrechtliche Fragestellungen eine entscheidende Rolle bei den Überlegungen des BBK.

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