Zunehmende Gewalt gegen Polizeibeamte nicht hinnehmen

5. Juli 2013 | Themenbereich: Hessen, Polizei | Drucken

Innenminister Boris Rhein gratulierte heute den Absolventinnen und Absolventen des ersten Bachelorjahrgangs der Hochschule für Polizei und Verwaltung zu ihrer Graduierung und überreichte den 75 neuen Polizistinnen und 151 neuen Polizisten ihre Bachelorurkunden. Der Minister wies während der Graduierungsfeier darauf hin, dass es nicht selbstverständlich sei, dass sich junge Menschen für den Polizeiberuf und damit für den Dienst an der Gemeinschaft entscheiden.

„Ich freue mich sehr, dass wir auch in Zeiten wie diesen, in denen der Respekt gegenüber Polizisten immer weiter abnimmt und gleichzeitig die Angriffe auf unsere Streifenbesatzungen Jahr für Jahr zunehmen, keine Nachwuchssorgen haben. Dennoch ist es dringend geboten dieser besorgniserregenden Entwicklung von Gewalt gegen Polizeibeamte konsequent entgegenzuwirken. Ich bin deshalb sehr entschlossen einen eigenen Schutzparagraphen für Schutzleute einzuführen, um die besonders zu schützen, die täglich ihre Gesundheit für das Allgemeinwohl aufs Spiel setzen. Die ersten Weichen dafür habe ich bereits in der Innenministerkonferenz gestellt“, erklärte Innenminister Boris Rhein.

Erst diese Woche schlug ein Drogendealer in Frankfurt einen Polizisten mit einem Fahrradhelm bewusstlos. In Limburg griff vor zwei Wochen ein Paar, das vorher seine Kinder auf offener Straße mit Schlägen und Tritten misshandelt hatte, einen zur Hilfe eilenden Oberkommissar an. Als der Polizist zu Boden gegangen war, trat der Mann noch mehrmals auf den hilflosen Beamten ein und fügte ihm schwerste Kopfverletzungen zu. Die Gewalt gegen Polizeibeamte in Hessen hat im vergangenen Jahr um fast neun Prozent zugenommen. Insgesamt gab es 3.300 Angriffe auf Polizeibeschäftigte. Gleichzeitig nahm die Zahl der verletzten Polizistinnen und Polizisten jedoch um neun auf 757 ab.

„Die umfangreiche Schutzausrüstung über die jeder Polizist in Hessen verfügt und die wir stetig verbessern, macht sich inzwischen genauso positiv bemerkbar, wie die intensive Ausbildung, die wir immer wieder an die neuen Herausforderungen anpassen. Deshalb freue ich mich mit den ersten 226 hessischen Bachelor-Absolventen hervorragend ausgebildete Polizistinnen und Polizisten in die polizeiliche Praxis entlassen zu können. Insbesondere das Bachelorstudium ist dafür ausgelegt die Polizeianwärterinnen und -anwärter sehr praxis- und zukunftsorientiert auszubilden“, so Innenminister Boris Rhein.

Mit der Umstellung vom Diplomstudiengang auf den „Bachelor of Arts“ ist die hessische Polizei auf europäischer Ebene wettbewerbsfähig und garantiert gleichzeitig eine bessere Verzahnung von Fachtheorie und –praxis.

„Den neuen Kommissarinnen und Kommissaren stehen große Herausforderungen bevor. Sie leisten nun ihren Beitrag, damit Hessen auch weiterhin eines der sichersten Bundesländer bleibt. Die Rahmenbedingungen dafür hat die Landesregierung mit einer guten Ausbildung und einer hervorragenden Ausstattung geschaffen. Noch nie gab es mehr Polizistinnen und Polizisten im aktiven Dienst. Das wird sich auch so schnell nicht ändern, denn die Rekordzahl von 13.764 aktiven Beamtinnen und Beamte haben wir schon jetzt für das Jahr 2014 festgeschrieben“, erklärte Innenminister Boris Rhein.

Die neuen Kommissarinnen und Kommissare versehen künftig ihren Dienst sowohl in den Flächenpräsidien, als auch bei der Bereitschaftspolizei sowie dem HLKA.

Ein Teil der Absolventen verstärkt zudem das Programm „300 in 3 Jahren“, mit dem das Innenministerium die Basisdienststellen bis zum Jahr 2014 mit insgesamt 300 Beamtinnen und Beamten unterstützt.

 

 

 

 

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