„Startschuss“ für Projekt zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung im Justizvollzug

5. Juli 2013 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat heute (04.07.2013) im Rahmen der Auftaktveranstaltung eines Projekts zur Verbesserung der psychiatrischen Versorgung von Inhaftierten ihr Grußwort an die Projektverantwortlichen gerichtet.

Niewisch-Lennartz: „Die Weiterentwicklung in der psychiatrischen Versorgung ist ein politischer Schwerpunkt meiner Amtszeit. Bislang fehlt ein landesweit wirkungsvolles stabiles Gesamtkonzept. Der heutige Startschuss des Projekts wird diesen Zustand beenden. Strafgefangene haben im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung deutlich häufiger psychiatrische Störungen. Diese stehen oftmals mit Drogenabhängigkeit und Straffälligkeit in Zusammenhang und erhöhen unbehandelt die Rückfallgefahr. Je frühzeitiger – insbesondere bei Jugendlichen – psychiatrische Störungen erkannt und fachkundig behandelt werden, umso größer sind die Chancen, den Weg aus Drogenabhängigkeit und Straffälligkeit herauszufinden.“

Binnen eines Jahres soll ein Konzept erarbeitet werden, das eine medizinisch notwendige und wirtschaftlich sinnvolle Psychiatrie im Justizvollzug ermöglicht, die sich in den von der Regierungskoalition verabredeten Landespsychiatrieplan integrieren lässt. Einen Schwerpunkt wird dabei insbesondere die Weiterentwicklung der Jugendpsychiatrie einnehmen. Die Ergebnisse des Projekts, welches zugleich die Bildung eines Bundes der norddeutschen Länder unter Federführung Niedersachsens prüfen wird, sollen bis März 2014 vorliegen.

Die Ministerin dankte allen Projektverantwortlichen für ihre Bereitschaft zur Mitwirkung an diesem ehrgeizigen Projekt.

Die Ministerin abschließend: „Sie, die Projektverantwortlichen, leisten einen wichtigen Beitrag zur Erhöhung der Sicherheit in der Bevölkerung, der auch wirtschaftlich sinnvoll ist. Der Ausbau der psychiatrischen Versorgung ist gut investiertes Geld, weil Rückfälle nicht nur die Sicherheit der Bevölkerung gefährden, sondern auch teuer sind.“

 

Hintergrund:

Auftraggeber des Projekts ist das Niedersächsische Justizministerium.

Projektleiter ist der stellvertretende Leiter der Jugendanstalt Hameln, Herr Wolfgang Kuhlmann.

Weitere Projektmitglieder sind Vertreterinnen und Vertreter der Justizvollzugsanstalten Oldenburg, Lingen, Hannover, Uelzen, Celle, Sehnde und der Jugendanstalt Hameln.

Wegen der Integration der psychiatrischen Versorgung im niedersächsischen Justizvollzug in den Landespsychiatrieplan wird die Projektgruppe auf Fachebene mit dem Ministerium für Soziales, Frauen, Familie, Gesundheit und Integration kooperieren.

Weiterhin kooperiert die Projektgruppe mit dem Chefarzt und Leiter des Maßregelvollzugs der Klinik für forensische Psychiatrie und Psychotherapie, Herrn Andreas Tänzer, sowie dem Leiter der Fachberatungsstelle Sucht und Suchtprävention „DROBS“ in Hannover, Herrn Lennart Westermann.

Weitere Kooperationen mit psychiatrischen Fachverbänden und der Ärztekammer Niedersachsen sind vorgesehen.

 

 

Quelle: Nds. Justizministerium

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