Null Toleranz gegenüber kriminellen Rockern

5. Juli 2013 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Um den Druck auf kriminelle Rockergruppen zu erhöhen, fordert die Gewerkschaft der Polizei (GdP) eine Null-Toleranz-Strategie. Auch niederschwellige Straftaten müssten konsequent geahndet werden. „Der in den letzten Jahren aufgebaute hohe Verfolgungsdruck muss weiter hoch gehalten werden“, sagte GdP-Landesvorsitzender Arnold Plickert heute auf einem Kriminalforum seiner Gewerkschaft in Düsseldorf. Die dazu erforderlichen personellen Anstrengungen könnten von besonders betroffenen Polizeibehörden allerdings nicht alleine geschultert werden. Die GdP fordert deshalb, dass Polizeibehörden mit hoher Rockerkriminalität besser ausgestattet werden. Zudem müssten Kräfte der Bereitschaftspolizei zur Bekämpfung der Rockerkriminalität hinzugezogen werden.

Die Möglichkeiten, die Rockerkriminalität durch Vereinsverbote einzudämmen, bewertet die GdP hingegen kritisch. „Im Einzelfall kann ein Verbot durchaus Sinn machen. Aber man darf nicht übersehen, dass die Polizei beweisen muss, dass die begangenen Straftaten der Rockergruppe anzulasten sind, und nicht nur einzelnen Mitgliedern. Das ist nicht leicht in einem streng nach außen abgeschotteten kriminellen Milieu“, sagte Plickert. Zudem werde es immer schwieriger, an das aus Straftaten erworbene Vereinsvermögen der verbotenen Rockergruppen heranzukommen, weil die Gelder vorher abgezweigt werden.

Aktuell gibt es in NRW mehr als 40 sogenannte Outlaws Motorcycle Gangs (OMCG). Sie verdienen ihr Geld im Prostitutions- und Türstehergewerbe, im illegalen Drogen- und Waffenhandel. Ihre Revierkämpfe führen die miteinander verfeindeten Rockergruppen an Rhein und Ruhr so brutal, dass es zu Schusswechseln am helllichten Tag, Schwerverletzten und sogar zu Toten gekommen ist.

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