Innenminister stellt Brand- und Katastrophenschutzbericht 2012 vor

5. Juli 2013 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz, Thüringen | Drucken

Thüringens Innenminister Jörg Geibert hat am Donnerstag (4. Juli 2013) in Erfurt den Brand- und Katastrophenschutzbericht 2012 vorgestellt. Demnach sank die Zahl der Einsätze gegenüber Vorjahr um 1.720 auf 25.153 (- 6,4 %). Der Anteil der Brandbekämpfungsmaßnahmen (3.067) fiel wie seit Jahren zu beobachten mit 12,2 % geringer aus. Maßnahmen der allgemeinen Hilfe (16.443) bilden mit 65,4 % die Mehrzahl des Einsatzgeschehens.

Von den insgesamt 25.153 Einsätzen bewältigten die Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr im vergangenen Jahr 13.416 Einsätze (53,3 %), d. h. über die Hälfte aller Einsätze. Die acht Berufsfeuerwehren mit 11.464 Einsätzen leisteten 45,6 % und die Angehörigen der Werkfeuerwehren 1,1% aller Einsätze der Thüringer Feuerwehren. Hinzu kommen noch weitere 9846 Rettungsdienst-/Krankentransporteinsätze der Berufsfeuerwehren Gera, Jena, Weimar und Erfurt. „Die Einsatzkräfte von Feuerwehren, Rettungsdiensten und Katastrophenschutz leisten einen unverzichtbaren Dienst für die Sicherheit der Bürger und das Gemeinwohl“, erklärte der Minister.

Zahl der aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren sinkt leicht – Mehr Frauen

Die rückläufige Tendenz der letzten Jahre bei der Anzahl der aktiven Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehren konnte auch im Jahr 2012 nicht angehalten werden. Sie bewegt sich mit einem Minus von 548 Angehörigen in etwa in der Größenordnung des Vorjahres. „Erfreulich ist, dass die Zahl der Frauen in der Einsatzabteilung gegenüber dem Vorjahr um 235 auf 3707 gestiegen ist“, sagte Geibert. Der seit vielen Jahren bestehende Abwärtstrend konnte somit gestoppt werden.

Geibert betonte, daß es weiterer Anstrengungen aller Beteiligten bedürfe, um den abnehmenden Mitgliederzahlen entgegenzusteuern. Die in den letzten Jahren durch die Landesregierung geänderten Rahmenbedingungen, wie

  •  die Novellierung des ThürBKG im Jahr 2006 mit der Erweiterung der Altersgrenze für den Einsatzdienst auf 65 Jahre bei gesundheitlicher Eignung, der Absenkung des Eintrittsalters in die Jugendfeuerwehr auf 6 Jahre, der Möglichkeit der Doppelmitgliedschaft in den Feuerwehren am Wohn- und Arbeitsort,
  • die im Jahr 2008 eingeführte jährliche Pauschalförderung von 20 Euro pro Jugendfeuerwehrmitglied,
  • die im Jahr 2010 eingeführte Feuerwehrrente sowie
  • die seit 2011 bestehende zusätzliche Bereitstellung jährlicher Mittel in Höhe von 35.000 Euro zur Finanzierung einer Bildungsreferentin für die Jugendarbeit beim TFV
  • die Förderung des Erwerbs einer Führerscheinerweiterung seit 2013

sollten langfristig für eine Stabilisierung sorgen.

 

Darüber hinaus seien zur Sicherung der Einsatzbereitschaft der Feuerwehren nach wie vor verstärkte Bemühungen zur Mitgliederwerbung durch die Gemeinden und durch die Feuerwehren (z. B. kostenloser bzw. ermäßigter Eintritt in Theater, Schwimmbäder bzw. Nutzung von Sporthallen) erforderlich.

Bei den Jugendfeuerwehrangehörigen zeichnete sich im Jahr 2012 erstmals nach dem Aufwärtstrend der Vorjahre eine leicht rückläufige Entwicklung ab.

Umsetzung der Katastrophenschutzverordnung auf gutem Weg

Die Umsetzung der ThürKatSVO ist nach Einschätzung des Ministers auf gutem Weg. Bewusst soll dabei ein Doppelnutzen des bereits bestehenden Potentials erzielt werden. Schon vorhandene Ausstattung kann weitgehend eingebunden werden, insbesondere die Zivilschutzausstattung des Bundes, kommunale Feuerwehrfahrzeuge oder Fahrzeuge der privaten Hilfsorganisationen.

Der Aufstellungsgrad an einsatzbereiten Fahrzeugen im Katastrophenschutz lag 2012 bei 83 %. Die Aufgabenträger im Katastrophenschutz haben große Anstrengungen unternommen, bestehende Defizite durch Neubeschaffungen abzubauen. Fehlten thüringenweit im Jahr 2011 noch 135 Fahrzeuge, waren es 2012 nur noch 126. Der Abbau der Defizite wird jedoch auch durch den Ausfall von Altfahrzeugen erschwert. Der Landkreis Schmalkalden- Meiningen ist seit 2012 voll aufgestellt und im Ilm-Kreis, im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt sowie im Saale-Holzland-Kreis fehlt jeweils nur noch ein Fahrzeug.

 Dank an die Fluthelfer

Mit Blick auf die Hochwasserkatastrophe der vergangenen Wochen dankte der Minister allen Thüringer Helfern, die in den Krisengebieten in und außerhalb des Freistaates im Einsatz waren. „Die Männer und Frauen haben hervorragende Arbeit bis hin zu ihren eigenen Grenzen geleistet. Sie retteten Menschen und Tiere aus akuter Gefahr, betreuten und versorgten Hochwasseropfer, schützten Gebäude und Anlagen vor weiteren Schäden, sorgten für die Stromversorgung an wichtigen Stellen und verhinderten oftmals Schlimmeres.“, sagte Geibert.

Das Ausmaß der Katastrophe lässt sich an den folgenden Zahlen ermessen: Von den Organisationen, Verbänden und Helfern waren in den betroffenen Regionen Thüringens 190 Bundeswehrangehörige, über 7500 Feuerwehrangehörige, 260 Angehörige der Hilfsorganisationen sowie ca. 270 Helfer des Technischen Hilfswerkes im Einsatz. Darüber hinaus beteiligten sich viele Thüringer Bürger an der Hilfe, insgesamt kann man von schätzungsweise von über 21 000 freiwilligen Helfern ausgehen. Länderübergreifende Hilfe wurde in Sachsen – Anhalt von ca. 750 Thüringer Kräften geleistet.

In Thüringen sind während des Hochwassers rund 2400 Personen aus Gefahrenbereichen evakuiert worden. Aus den vier Katastrophenschutzlagern des Freistaates wurden 405.000 Sandsäcke für die Hilfe im Land und 644.000 Sandsäcke für die Hilfe in Sachsen-Anhalt ausgegeben.

 

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