Neues Zentrum für Sicherheitsforschung beim Landeskriminalamt

27. Juni 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Landeskriminalamt, Polizei | Drucken

Mit Hilfe der Sicherheitsforschung soll aus den Problemen von heute der Vorsprung von morgen werden. Mit Partnern aus Wissenschaft, Lehre, Wirtschaft und Forschung – national und international – sollen so beispielsweise Softwaretools entwickelt, neue Ansätze bei der Vorhersage der Kriminalitätsentwicklung gefunden sowie Einsatzmittel und Ausrüstungsgegenstände optimiert werden.

„Eine moderne Polizei darf sich nicht auf die reaktive Bekämpfung der Kriminalität beschränken, sondern muss in die Zukunft gerichtete Gegenstrategien und Werkzeuge zur Gewährleistung von Schutz und Sicherheit der Menschen entwickeln. Durch Sicherheitsforschung sind wir in der Lage, gefährliche Entwicklungen frühzeitig zu erkennen und zukunftsfähige Lösungen zu entwickeln“, sagte Innenminister Reinhold Gall am Dienstagabend vor zahlreichen Vertretern von Politik, Polizei, Wissenschaft und Wirtschaft in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU in Brüssel.

Die höchst dynamische Entwicklung in wichtigen Kriminalitätsbereichen wie insbesondere bei der Cyberkriminalität macht es notwendig, dass den immer neuen Einfällen der Straftäter entsprechende Innovationen der Sicherheitsbehörden entgegengestellt werden. Mit Hilfe der Sicherheitsforschung soll aus den Problemen von heute der Vorsprung von morgen werden. Mit Partnern aus Wissenschaft, Lehre, Wirtschaft und Forschung – national und international – sollen so beispielsweise Softwaretools entwickelt, neue Ansätze bei der Vorhersage der Kriminalitätsentwicklung gefunden sowie Einsatzmittel und Ausrüstungsgegenstände optimiert werden.

Aus diesem Grund wird im Zuge der Polizeistrukturreform im Landeskriminalamt das landesweit zuständige Zentrum für Sicherheitsforschung eingerichtet. LKA-Präsident Dieter Schneider: „Im Landeskriminalamt wird der Forschungsbedarf aus der polizeilichen Praxis aufgegriffen, Möglichkeiten zur Entwicklung von Lösungen werden geprüft und konkrete praxisorientierte Forschungsprojekte zur Kriminalitätsbekämpfung werden initiiert. Die Finanzierung soll aus den nationalen und europäischen Forschungsprogrammen erfolgen.“ Durch die zentrale Bündelung dieses Themas für die Polizei des Landes steht das LKA als kompetenter Ansprechpartner für alle Fragen rund um die Sicherheitsforschung zur Verfügung. Forschungsprojekte sollen entsprechend den Bedürfnissen der Polizei maßgeschneidert mit Partnern aus der Wissenschaft und Wirtschaft entwickelt und umgesetzt werden. Innovation und Kreativität sind gefragt, um sich heute auf die Herausforderungen der Kriminalitätsbekämpfung von morgen einzustellen. Grundlage dafür ist ein internationales Experten-Netzwerk.

Am Dienstagabend trafen sich deshalb auf Initiative des LKA Experten aus Politik, Polizei, Wissenschaft und Wirtschaft in der Vertretung des Landes Baden-Württemberg bei der EU in Brüssel zu einer Fachdiskussion. Bei der Veranstaltung „Security Research and Law Enforcement – Horizons and Limits“ standen der interdisziplinäre Wissens- und Erfahrungstausch zwischen den Teilnehmern und die Bildung neuer Partnerschaften im Mittelpunkt. Innenminister Reinhold Gall erklärte bei der Eröffnung, man wolle längerfristig und strategisch an einem Netzwerk für Sicherheitsforschung in Baden-Württemberg arbeiten und Initiativen entwickeln.

Dieter Schneider, Präsident des Landeskriminalamtes Baden Württemberg und Experten vom Fraunhofer Institut beleuchteten mit Fachvorträgen die strategischen Dimensionen und Rahmenbedingungen der Sicherheitsforschung. „Sicherheit ist eines der Grundbedürfnisse der Menschen. Diese Sicherheit zu gewährleisten ist allerdings keine exklusive, ausschließlich den Sicherheitsorganen vorbehaltene Aufgabe. Sicherheit braucht Partner – viele Partner“, betonte Dieter Schneider.

Wilmuth Müller vom Fraunhofer IOSB, Karlsruhe, unterstrich die Bedeutung des Netzwerkes in der Sicherheitsforschung. „Wir erforschen für und mit unseren Partnern innovative Sensornetze und intelligente IT-Systeme, die die Sicherheitskräfte in ihrer Arbeit unterstützen und entlasten. Allerdings haben auch der Datenschutz und die Wahrung der Persönlichkeitsrechte unserer Bürger oberste Priorität.“

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