Über 75 Prozent der Bayern halten private Sicherheitsdienste für wichtig

26. Juni 2013 | Themenbereich: Security | Drucken

Die bayerische Bevölkerung hat bei einer erneuten Umfrage der Gesellschaft für Markt- und Sozialforschung (GMS) ein positives Bild von privaten Sicherheitsdienstleistern. „76 Prozent der Befragten halten unsere Unternehmen für wichtig. Das sind zwei Prozent mehr als im Vorjahr“, teilte Gerhard Ameis, Vorsitzender der Landesgruppe Bayern im BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft, bei einer Pressekonferenz anlässlich der zweiten gemeinsamen Sicherheitstage von BDSW und BVSW (Bayerischer Verband für Sicherheit in der Wirtschaft) mit.

Die Ergebnisse der repräsentativen Umfrage Verbände-Monitor Bayern der GMS, die im Auftrag des BDSW durchgeführt worden ist, seien brandneu. Erfreulich sei auch, dass lediglich 10 Prozent der Befragten ein negatives Bild von den Dienstleister haben. „Sicher kann man es nicht allen recht machen, dennoch sehen wir in Kritikern einen Ansporn. Wir haben in den zurückliegenden zehn Jahren sehr viel im Bereich der Ausbildungsqualität getan. In der Dienstleistungsqualität sehen wir eine der wichtigsten Säulen für das Bild unserer Branche“, so Ameis weiter. Gerade diese Aktivitäten habe der Präsident des Bundeskriminalamtes, Jörg Ziercke, auf der diesjährigen Jahresmitgliederversammlung des Verbandes im Mai in Lübeck besonders hervorgehoben.

 

Neben der Ausbildungsoffensive unterstrich Ameis, dass die Dienstleister der privaten Sicherheitswirtschaft für die Standortsicherheit von großer Bedeutung seien. „Wir schützen und sichern mit qualifizierten Sicherheitsdienstleistungen Leib, Leben und Güter unserer Auftraggeber. Dazu benötigen wir qualifiziertes Personal und integrieren immer häufiger modernste Sicherheitstechnik“, so der Vorsitzende der Landesgruppe. Obwohl die Anforderungen an Sicherheitsdienstleister immer höher würden, verweist Ameis auf die Tatsache, dass bei knapp 24.000 Sicherheitsmitarbeiterinnen und -mitarbeitern sowie einem geschätzten Jahresumsatz von 550 Millionen Euro in Bayern über 770 Sicherheitsunternehmen am Markt aktiv seien. „Obwohl die Umsätze der Branche zwischen 2010 und 2012 um 6,4 Prozent und Mitarbeiterzahl um fast 16 Prozent auf 23.744 gestiegen sind, ist das Qualitätsgefälle der Branche einfach zu hoch. In der Landesgruppe Bayern sind zurzeit 93 Unternehmen organisiert, die circa 80 Prozent des Umsatzvolumens erwirtschaften. Das heißt, dass 110 Millionen Euro von circa 680 Nichtmitgliedern in Bayern erwirtschaftet werden“, so Ameis weiter. Diese Marktbegleiter würden durchschnittlich knapp 162.000 Euro im Jahr an Umsatz generieren. Lege man den in der Lünendonk-Studie 2012 „Führende Sicherheitsdienstleister in Deutschland“ zugrundegelegten Pro-Kopf-Umsatz von 29.900 Euro als Maßstab an, dann bestünden die Unternehmen aus gerundet 5,5 Mitarbeitern. „Grundsätzlich kann man allein daraus noch keine Rückschlüsse auf die Qualität der Dienstleistung ziehen, dennoch zeigen die Zahlen, dass es sich um Klein- und Kleinstbetriebe handelt. Hier unsere Vorstellungen von Qualität durchzusetzen ist schwierig. Daher fordern wir schon seit längerer Zeit, den Zugang zum Gewerbe zu verschärfen“, fasst Gerhard Ameis die Situation in Bayern zusammen.

 

Die Branchenentwicklung in Bayern sei grundsätzlich in Ordnung. Die Löhne der Mitarbeiter seien dabei regelmäßig angestiegen, „Bayern ist im Sicherheitsgewerbe das Bundesland mit den dritthöchsten Löhnen hinter Baden-Württemberg und NRW“, sagte der Vorsitzende der BDSW-Landesgruppe. Gründe für die gute Entwicklung seien Zukunftsinvestitionen in Ausbildung und Technik. „Heutzutage besteht eine Sicherheitsdienstleistung aus einer Kombination qualifizierter Mitarbeiter und dem Einsatz modernster Sicherheitstechnik“, erklärte Ameis. Der Umgang mit Technik müsse natürlich auch Eingang in die Ausbildung finden. „Wir stellen jedoch auch fest, dass gerade unsere jüngeren Mitarbeiter ein enormes Technikverständnis mitbringen. Das ist gut für uns und erleichtert die Intergration in die Belegschaft“, weiß der Vorsitzende der Geschäftsführung der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft aus eigenem Erleben zu berichten. Diese Entwicklung sei natürlich auch attraktivitätssteigernd für das Interesse an der Branche.

 

Hinzu kämen neue Dienstleitungen, die das Interesse an der Branche geweckt und zu qualitativen Veränderungen geführt haben. „Neben den neuen gesetzlichen Regelungen zum Schutz deutschgeflaggter Seeschiffen gegen Piraterie wurden im vergangenen Jahr erstmals Sicherheitsdienstleistungen zum Schutz der Bayerischen Gerichte vergeben. Auch hierbei handelt es sich um eine Tätigkeit, die höchste Qualitätsansprüche fordert. Im Prinzip müssen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ähnliche Aufgaben wahrnehmen, wie die Kontrollkräfte an den Flughäfen. Es müssen Tor- und Handsonden bedient sowie Personen kontrolliert werden“, sagte der Landesgruppenvorsitzende.

Abschließend betonte Gerhard Ameis, dass insbesondere die Beziehungen zu den Auftraggebern von Sicherheitsdienstleistungen bedeutsam für Qualität und Ansehen privater Sicherheitsunternehmen sei. In Bayern sei ein gutes Verhältnis zwischen Sicherheitsdienstleistern und ihren Auftraggebern gelebte und geübte Praxis. „Das belegt auch die Tatsache, dass die Bayerischen Sicherheitstage zum zweiten Mal gemeinsam mit dem Bayerischen Verband für Sicherheit in der Wirtschaft ausgerichtet werden“, stellt Ameis fest. Beide Seiten haben ein besonderes Interesse an der weiteren Verbesserung des Bildes der Sicherheitswirtschaft. Daher ist Imagebildung das zentrale Thema der 2. Bayerischen Sicherheitstage vom 18. auf den 19. Juni in München.

 

 

 

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