Positive Bilanz des länderübergreifenden Blitzmarathons

6. Juni 2013 | Themenbereich: Niedersachsen, Verkehr | Drucken

24 Stunden, über 700 Polizisten allein in Niedersachsen im Einsatz und erheblich weniger Geschwindigkeitsübertretungen als an vergleichbaren Tagen. Das ist in knappen Worten das Ergebnis der zweiten länderübergreifenden Geschwindigkeitskontrollen von Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Bayern hatte aufgrund des Hochwassers seine Teilnahme kurzfristig abgesagt.

„Wir wollten mit einer echten Informationsoffensive im Vorfeld jedem Autofahrer klar machen: Raserei ist kein Kavaliersdelikt, sondern die Hauptursache für Unfälle mit tödlichem Ausgang auf Niedersachsens Straßen. Das muss aber auch dauerhaft in den Köpfen ankommen, und zwar nicht nur an den Aktionstagen. Bei Verkehrskontrollen geht es nicht um das Kassieren von Bußgeldern, sondern ausschließlich um mehr Verkehrssicherheit“, so der niedersächsische Innenminister Boris Pistorius.

Bei den Kontrollen wurden in beiden Bundesländern über 837.000 Autos, Motorräder und LKW überprüft. In Niedersachsen waren 5746 Fahrzeuge zu schnell unterwegs. Das entspricht einer Quote von 3,43 Prozent. An vergleichbaren Tagen ohne Ankündigung der Kontrollen liegt diese Quote bei ca. 11 Prozent. Genau wie beim ersten länderübergreifenden Blitzmarathon im vergangenen Oktober sind die meisten Autofahrer vernünftig gefahren. Die Anzahl der Geschwindigkeitsverstöße im Verwarngeldbereich (bis 35 Euro Verwarngeld) liegt mit 4115 gegenüber dem Vorjahr (2987) etwas höher, genauso wie die Anzahl der Verstöße im Bußgeldbereich (Bußgeldbescheid ab 40 Euro mit Punkten). Hier gibt es 1631 Verstöße gegenüber 864 im vergangenen Oktober. In Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen waren insgesamt mehr als 4200 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte, sowie viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kommunen im Einsatz. Mit einem Fahrverbot müssen 173 Fahrerinnen oder Fahrer rechnen.

„Das war eine gute Aktion für eine defensivere Fahrkultur auf niedersächsischen Straßen“, so Boris Pistorius. „Fahrern, aber auch Beifahrern sollte schon beim Einsteigen immer bewusst sein, dass weniger Tempo auf der Straße gleichbedeutend mit mehr Sicherheit für den Einzelnen ist“ sagt Pistorius.

Es gab auch einige außergewöhnliche Fälle. So raste ein Autofahrer im Landkreis Peine mit 136 km/h durch eine 70er Zone. Auf der A 27 bei Langwedel wurde ein Auto in einer 120er-Zone mit 204 km/h gemessen. In Seelze fuhr ein Ferrari statt der erlaubten 50 Kilometer pro Stunde mit 107 km/h. Diese Fahrer erwarten Bußgeldverfahren und sogar mögliche Fahrverbote. Fest steht jetzt schon, dass es in diesem Jahr weitere angekündigte und unangekündigte Kontrollaktionen auf Niedersachsens Straßen geben wird. Zudem wird es im Oktober den ersten bundesweiten Blitzmarathon geben. Das haben die Innenminister der Länder bei der Innenministerkonferenz im Mai in Hannover beschlossen.

„Ich glaube, dass diese regelmäßigen Kontrollaktionen bei den meisten Autofahrern etwas bewirken werden, das belegen die aktuellen Ergebnisse“, so Innenminister Pistorius. „Mir geht es gerade darum, dass eine angepasste Fahrweise selbstverständlich wird und der sprichwörtliche Bleifuß bald out ist.“

Zum Präventionskonzept der Landesregierung gehört auch der zweite landesweite Verkehrssicherheitstag am 15. Juni im Rahmen der Verkehrssicherheitsinitiative 2020. Das Ziel der VSI 2020 ist es, die Anzahl der getöteten und schwerverletzten Verkehrsteilnehmer in Niedersachsen bis zum Jahr 2020 um ein Drittel zu reduzieren.

Die zentrale Veranstaltung findet unter der Schirmherrschaft des niedersächsischen Innenministers auf der Aktionsmeile vor der Polizeidirektion in Oldenburg statt.

Die Ergebnisse für Niedersachsen in Zahlen:

Polizeibeamte im Einsatz: 745 Messstellen landesweit: 511

Kontrollierte Fahrzeuge: 167.439

Geschwindigkeitsüberschreitungen (im Verwarngeldbereich): 4115

Geschwindigkeitsüberschreitungen (im Bußgeldbereich): 1631

Fahren ohne Fahrerlaubnis: 10

Fahren unter Alkohol- und Drogeneinfluss: 3

Beanstandungsquote Mai 2013: 3,43 %

Beanstandungsquote Oktober 2012: 3,16 %

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