Hochwasser in Baden-Württemberg

3. Juni 2013 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Ausgelöst durch starken und ergiebigen Dauerregen im Zeitraum von Freitag, 30. Mai bis Sonntag, 02. Juni, 01:00 Uhr, kam es in nahezu allen Landesteilen zu Überflutungen und Erdrutschen. Feuerwehr, Technisches Hilfswerk sowie die Hilfsorganisationen führten mehr als 3.000 Einsätze durch, bei denen über 6.000 Helfer eingesetzt waren.

Besonders schlimm stellte sich die Situation am Neckar sowie an dessen Zuflüssen dar. Zahlreiche Straßen wurden überflutet, durch umgestürzte Bäume versperrt oder durch abgerutschte Hänge verschüttet. Mehrere Deiche drohten überspült zu werden oder zu brechen. Ein weiterer Schwerpunkt bildete sich in zahlreichen Landkreisen des Regierungspräsidiums Tübingen.

Innenminister Reinhold Gall betonte: „Wir haben zwar noch keine abschließende Meldung, aber ohne den selbstlosen Einsatz der Männer und Frauen der Feuerwehr, des Technischen Hilfswerks, der Hilfsorganisationen und der Polizei wäre der Schaden wesentlich höher. Auch im Namen der Landesregierung danke ich allen, die sich qua Amtes oder ehrenamtlich in den Dienst der Bevölkerung gestellt haben. Mein Dank gilt dabei auch den stillen Helfern im Hintergrund in den Rathäusern, Landratsämtern, Regierungspräsidien und dem Innenministerium. Beinahe-Katastrophen wie dieses Hochwasser beweisen einmal mehr, wie wertvoll ehrenamtliche Helfer für das Land Baden-Württemberg sind. Den Angehörigen des verstorbenen Feuerwehrmanns spreche ich mein Beileid aus. Den Verletzten wünsche ich eine baldige Genesung.“

Ein Beispiel für eine dramatische Rettungsaktion sei am Sonntag, 2. Juni 2013, gegen 04.32 Uhr im Bereich der Einmündung der Murg in den Rhein bei Rastatt. Hier hätten Zeugen Hilferufe gehört. Allem Anschein nach seien Jugendliche mit einem Fahrzeug in das Hochwassergebiet eingefahren und dort in eine hilflosen Lage geraten. Beim Versuch die vier Personen zu Bergen, sei das eingesetzte Boot der Feuerwehr, besetzt mit drei Feuerwehrleuten und drei Strömungsrettern des DLRG gekentert. Drei der Personen konnten sofort gerettet werden, sieben weitere hätten sich in Bäume an der Unglückstelle geflüchtet. Sie konnten anschließend durch die Hilfskräfte geborgen werden.

 Zusatzinformationen:

Im Einsatz verletzte Helfer:

 

Samstag, 01. Juni: Zollernalbkreis: Ein Mitarbeiter der Straßenmeisterei wird bei einem Verkehrsunfall verletzt.

Samstag, 01. Juni: Landkreis Ravensburg: Wilhelmsdorf: Ein Feuerwehrangehöriger verstirbt nach einem Herzinfarkt im Einsatzgeschehen.

Samstag, 01. Juni: Rhein-Neckar-Kreis: Ein Feuerwehrangehöriger erleidet einen Herzinfarkt und wird von Einsatzkräften reanimiert.

 

Verletzte:

 

Samstag, 01. Juni: Landkreis Reutlingen: Ein Arbeiter wird bei Sicherungsmaßnahmen einer Baustelle in Bad Urach vom Wasser mitgerissen und getötet.

Samstag, 01. Juni: Im Landkreis Reutlingen stürzen zwei Personen innerhalb kurzer Zeit in die Echaz.

 

Besondere Schadenlagen: (Landkreise alphabetisch sortiert)

Landkreis Böblingen: Ein Hang droht in Folge des durchweichten Bodens abzurutschen. Die Bewohner mehrerer Häuser werden evakuiert. Ein Regenrückhaltebecken in Leonberg lief über. In der Folge wurden mehrere Gemeinden überschwemmt.

Landkreis Esslingen: Es wurde zeitweise befürchtet, dass der Pegel des Neckars die Höhe der Deiche deutlich übersteigt und insbesondere die Städte Esslingen und Plochingen großflächig überflutet. Sicherungsmaßnahmen wurden eingeleitet.

Landkreis Göppingen: Ein durchgeweichter Damm droht zu brechen. 22 Bewohner eines Altenheims sowie die Bewohner von fünf Wohngebäuden wurden vorsorglich evakuiert. Maßnahmen der Deichsicherung laufen.

Stadt Heidelberg: Im Neckar sinkt eine am Ufer befestigte 8m-Yacht.

Landkreis Ludwigsburg: Der Hochwasserschutzdamm in Pleidelsheim ist gebrochen. Wiesengrundstücke wurden überflutet.

Rhein-Neckar-Kreis: Eine Wehranlage in Ladenburg droht auf Grund des hohen Pegels zu brechen.

Landkreis Sigmaringen: Veringenstadt: 200 Personen mussten auf Grund großflächiger Überflutungen evakuiert werden.

Zollernalbkreis: In der Gemeinde Rangendingen mussten 200 Personen auf Grund großflächiger Überflutungen evakuiert werden. Hilfeleistung auch aus anderen Landkreisen war notwendig.

 

Führung und Leitung:

In allen Stadt- und Landkreisen, in denen eine Vielzahl von witterungsbedingten Schadenlagen zu verzeichnen waren, wurden Führungsgruppen oder -stäbe zur zielgerichteten Abarbeitung aller Schadenlagen durch die Kräfte des Bevölkerungsschutzes eingerichtet.

Durch die Polizei wurden bei den örtlichen Dienststellen Reserven gebildet, zudem wurde eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei in Einsatzbereitschaft versetzt.

In den Regierungspräsidien wurden die „Koordinierungsgruppen Kommunikation“ eingesetzt. Im Innenministerium wurde das Lagezentrum personell unterstützt. Ebenso war dort der Verwaltungsstabsbereich „Lage“ eingesetzt; er wurde von der Landesfeuerwehrschule unterstützt.

Die Regierungspräsidien und das Innenministerium unterstützen bei der Koordinierung von Hilfeleistungen über Kreis- und Bezirksgrenzen hinweg, stellten die Informationen aus allen Landesteilen zusammen und werteten Wetterprognosen aus.

 

Quelle: Innenministerium Baden-Württemberg

 

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