Menschenhandel in Deutschland

29. Mai 2013 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Deutschland gehörte mit seinen Bekämpfungsansätzen zum Menschenhandel einst zu den Vorzeigeländern Europas. Mitteleuropa, somit auch Deutschland, gilt als Ziel- und Transitregion für Täter und Opfer des kriminellen und wachstumsstarken Bereiches des Menschenhandels aus der gesamten Welt.

In den Jahren 2008 bis 2010 stieg die Zahl der Menschenhandelsopfer in der EU um 50% auf 9528 Betroffene. Das Dunkelfeld wird von der UN für Europa mit 880.000 angegeben. Die Zahl der verurteilten Menschenhändler ging gleichzeitig um 13 % von 1534 für 2008 auf 1339 im Jahr 2010 zurück.

Die International Labour Organization (ILO) schätzt die Gewinne aus dem Handel mit Menschen auf 31 Milliarden Dollar pro Jahr, Tendenz steigend! „Es fehlt an der überfälligen Umsetzung wichtige Gesetze in dieser Republik, die der Polizei und Staatsanwaltschaft eine angemessene Bekämpfung des Menschenhandels ermöglichen“ sagt der Berliner Landeschef des BDK Michael Böhl. “

Die EU-Richtlinie zur Verhütung und Bekämpfung des Menschenhandels und zum Schutz seiner Opfer muss endlich in Deutschland gesetzlich umgesetzt werden. Fachdienststellen zur Bekämpfung des Menschenhandels müssen in den Ländern eingerichtet und ausgebaut werden. Der Beschluss der Innenministerkonferenz zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes von 2009 muss umgesetzt werden. Das Prostitutionsgesetz muss weiterentwickelt und geändert werden, um tatsächlich die Rechte der Prostituierten zu stärken und um kriminellen Zuhältern Einhalt zu gebieten“, beschreibt der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz die Forderungen der Kriminalisten im Bund Deutscher Kriminalbeamter.

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