Justizministerin lobt niedersächsisches Modellprojekt „SPIN“

22. Mai 2013 | Themenbereich: Justiz, Niedersachsen | Drucken

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat heute auf der Abschlusskonferenz des Modellprojekts SPIN (Sozialräumliche Prävention in Netzwerken) im Neuen Rathaus der Landeshauptstadt Hannover die hervorragende Arbeit des Landespräventionsrates Niedersachsen gelobt.

Das Projekt hat eine große strategische Bedeutung für die Kriminalprävention in ganz Deutschland und wurde im Jahr 2011 mit dem Deutschen Förderpreis Kriminalprävention ausgezeichnet.

Durchgeführt wurde das Modellvorhaben in der Zeit von 2008 bis 2012 vom Landespräventionsrat Niedersachsen. Gegenstand und Ziel der Studie war die Unterstützung der Kommunen bei der vernetzten Zusammenarbeit zur Prävention vor kinder- und jugendbezogenen Gewalt und Kriminalität. Die Studie wendete hierbei – bundesweit erstmals – eine in den USA entwickelte Planungsmethode CTC (Communities That Care) an. Der Einsatz dieser Planungsmethode wurde in Niedersachsen in der Landeshauptstadt Hannover, der Stadt Göttingen und im Landkreis Emsland getestet.

Das Programm verläuft in drei Schritten:

In einem ersten Schritt werden die regionalen Kriminalitätsprobleme mittels einer Schülerbefragung analysiert und mit den örtlichen Präventionsangeboten abgeglichen. In einem zweiten Schritt wird von den Beteiligten vor Ort ein Aktionsplan entwickelt, der eventuelle Lücken im Präventionsangebot schließen soll. Zur leichteren Auswahl geeigneter Programme hat die Geschäftsstelle des Landespräventionsrates eine öffentliche Datenbank im Internet – die „Grüne Liste Prävention“ – entwickelt, die Präventionsprogramme darstellt, deren Wirksamkeit wissenschaftlich nachgewiesen ist. Dadurch ist es bundesweit erstmals möglich, gezielte, wissenschaftlich fundierte Präventionsmaßnahmen zielgenau in der individuellen Situation in den Kommunen einzusetzen. In einem dritten Schritt wird der örtliche Aktionsplan innerhalb einer bestimmten Zeit umgesetzt. Durch eine Wiederholung der Analyse nach wenigen Jahren wird überprüft, inwiefern sich die Situation verbessert hat.

Ministerin Niewisch-Lennartz: „Die neue Landesregierung hat in ihrer Koalitionsvereinbarung die Zielsetzung formuliert, dass aus gefährdeten Kindern und Jugendlichen keine gefährlichen Erwachsenen werden dürfen. Mit diesem von der Forschung bestätigten Ansatz von SPIN kann ich sagen: Wir sind auf einem sehr guten Weg, wenn es uns gelingt, dieses Programm möglichst vielen Kommunen zur Verfügung zu stellen.“

Zum Abschluss überreichte die Justizministerin den Mitgliedern einer Gruppe von ausgebildeten Trainerinnen und Trainern in der Methode CTC jeweils Zertifikate als Wertschätzung ihres besonderen Engagements im Rahmen des Projekts.

 

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