Blitz-Marathon ist reif für die Bundesliga

17. Mai 2013 | Themenbereich: Nordrhein Westfalen, Verkehr | Drucken

Im Kampf gegen Raser auf der Straße soll der 24-Stunden-Blitz-Marathon künftig bundesweit nach dem Konzept der NRW-Polizei durchgeführt werden. Das will Innenminister Ralf Jäger der Innenministerkonferenz in der kommenden Woche in Hannover vorschlagen.

„Der Blitz-Marathon ist ein vorbildliches Modell und absolut bundesligareif“, erklärte Jäger  in Düsseldorf. Polizeiaktionen gegen den „Killer Nummer 1“ haben bereits dreimal die Temposünder sehr erfolgreich gebremst. Deshalb hat sich die Grundidee des Blitz-Marathons bereits zu einem Exportschlager in andere Länder erwiesen. Kennzeichen des Blitz-Marathons ist die Kombination von intensiver Kommunikation über die tödlichen Folgen von überhöhter Geschwindigkeit und einer angekündigten Kontrollaktion über 24 Stunden.

„Bei einem Unfall entscheidet immer die gefahrene Geschwindigkeit über Leben und Tod, egal wer die Kollision verursacht“, erläuterte der Innenminister. Bei einer Geschwindigkeit von 65 Stundenkilometern sterben acht von zehn Fußgängern, die im Stadtverkehr angefahren werden, bei 50 Stundenkilometern überleben hingegen acht von zehn Fußgängern.

„Es sind 15 Stundenkilometer Unterschied, die darüber entscheiden, wie viele Fußgänger überleben oder sterben“, machte Jäger deutlich. „Wo Sie bei 30 km/h nach einer Vollbremsung bereits stehen, fangen Sie bei 50 km/h erst an zu bremsen. Durch richtiges Verhalten können schwere Unfälle leicht vermieden werden.“ Die NRW-Polizei geht mit einer langfristigen Strategie gegen Geschwindigkeitsunfälle vor. Sie überwacht überall dort flexibler und häufiger die Geschwindigkeit, wo zu schnell gefahren wird.

„Jeder muss immer und überall damit rechnen, dass seine Geschwindigkeit kontrolliert wird“, sagte Jäger. „Der 24-Stunden-Blitz-Marathon ist ein Baustein in dieser Strategie. Wir bringen damit die Menschen zum Nachdenken und führen ihnen vor Augen, wie häufig sie ihr eigenes und das Leben anderer riskieren.“ Im vergangenen Jahr kamen 528 Menschen bei Verkehrsunfällen auf den NRW-Straßen ums Leben. Das sind 106 weniger als im Jahr davor. Allein 76 Menschen weniger starben durch die Unfallursache „Zu schnelles Fahren“.

Die Zahl der durch Raser verursachten Verkehrstoten ging damit um 32 Prozent zurück. Innenminister Jäger: „Wir können zwar nicht exakt zuordnen, welchen Anteil die verstärkten Geschwindigkeitskontrollen an der Entwicklung der Unfallzahlen haben, aber die Diskussion um den Blitz-Marathon hat bei den Menschen in NRW das Bewusstsein für die Gefahren zu schnellen Fahrens gestärkt und damit zu mehr Sicherheit auf unseren Straßen beigetragen.“

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