Überstundenverbot für Bayerns Polizei

16. Mai 2013 | Themenbereich: Bayern, Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Überstunden der Bayerischen Polizei sind dem Innenministerium ein Dorn im Auge. In einer Telefonkonferenz und einem Brandbrief an die Polizeipräsidien wurde eine „deutliche Trendumkehr“ angeordnet und sofortige konzeptionelle Vorschläge für die Woche nach Pfingsten eingefordert. Für Hermann Benker, Landesvorsitzender der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), kommt dies einer personellen Bankrotterklärung gleich. „Man kann die Polizei nicht erst ausbluten lassen, sie mit ständig neuen Aufgaben verheizen, dabei gleichbleibende Qualität und Erfolgsstatistiken voraussetzen und dann noch Krokodilstränen weinen, wenn die Überstunden steigen“.

Die Weisung des Ministeriums kommt zur absoluten Unzeit und stößt nicht nur bei der DPolG sondern auch bei vielen Polizisten auf völliges Unverständnis. Erfahrungsgemäß stehen bis Jahresmitte nicht nur viele Volksfeste, Open-Air-Veranstaltungen und vermehrte Einsätze wegen Ruhestörungen an – in dieser Zeit wird bei den Dienststellen auch Urlaub eingebracht. Die bereits jetzt geringen Dienststärken noch weiter zu reduzieren stellt ein enormes Sicherheitsrisiko dar. Unterstützungskräfte stehen nicht zur Verfügung, da sie durch den NSU-Prozess, Fußballspiele und längerübergreifende Unterstützungseinsätze gebunden sind. Im Sommer geht es nahtlos weiter mit der polizeilichen Betreuung von Wahlveranstaltungen, es sei denn, die Politiker verzichten mit Rücksicht auf den Überstundenberg der Bayerischen Polizei freiwillig darauf.

Alleine für die Sofortvorlage der „Blitzkonzepte“ fallen erneut Tausende von Stunden an, in denen sich die Polizei selbst beschäftigt und ihren originären Aufgaben nicht nachkommen kann.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.