Initiative gegen illegale Produktion von Modedrogen gestartet

16. Mai 2013 | Themenbereich: Hessen, Innere Sicherheit | Drucken

Innenminister Boris Rhein startet eine Initiative gegen die Produktion von illegalen synthetischen Drogen, die heute unter Modenamen wie Yaba, Ice oder Crystal-Meth bekannt sind. Sie gehören zu den am schnellsten zerstörenden Drogen überhaupt.

Innenminister Boris Rhein: „Im Jahr 2011 hat die Polizei in Hessen 3,3 kg dieser illegalen Metamphetamine sichergestellt, bundesweit wurden ca. 40 kg sichergestellt. Chrystal-Meth ist eine der gefährlichsten Drogen, die in den vergangenen Jahren eine immer größere Rolle in Deutschland spielt. Deshalb sind wir gut beraten früh genug gegenzusteuern und alles zu unternehmen, um dieses Teufelszeug zu bekämpfen. Jeder Drogentoter ist einer zu viel, im vergangenen Jahr zählte die Polizei in Hessen 77 Drogentote.“

Deutschland ist keineswegs nur Importland illegaler Drogen, wir gelten leider auch als Produzent beispielsweise von Designerdrogen. Illegale Labore stellen inzwischen gefährliches Methamphetamin her, wobei der Schwerpunt der Produktion noch in Tschechien liegt. Genau hier setzt die Initiative von Innenminister Boris Rhein an.

Sicherheitsbehörden registrieren seit Monaten einen regen Handel mit der Chemikalie „Apaan“, die als Grundstoff für die Metamphetamin Produktion gilt. Polizei und Zoll haben gesicherte Informationen, dass „Apaan“ im Tonnenbereich beispielsweise aus China legal nach Deutschland kommt, weil der Handel mit „Apaan“ bisher nicht strafbar ist.

Internationale Bestrebungen zur Aufnahme von „Apaan“ in Artikel 12 des Übereinkommens der UN gegen den unerlaubten Verkehr mit Betäubungsmitteln dauern an, der Zeitpunkt der Aufnahme ist jedoch bisher nicht absehbar.

„Deshalb müssen wir jetzt handeln und diese Lücke – zumindest in Deutschland – schließen. Ich setze mich dafür ein, die Chemikalie schnellstmöglich dem Betäubungsmittelrecht zu unterstellen, um die Produktion von illegalen Drogen in Deutschland, aber auch den Nachbarstaaten, zu erschweren und die Profiteure des Handels mit diesem Stoff bestrafen zu können“, so Innenminister Boris Rhein.

Die Innenminister von Bund und Ländern erörtern die Hessische Initiative ausführlich in der kommenden Woche während der Innenministerkonferenz in Hannover und stellen so die Weichen, um die nötigen Schritte für ein Verbot von „Apaan“ einzuleiten.

 

 

 

 

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