Mit Prävention und gegenseitiger Aufmerksamkeit gegen den Einbruchdiebstahl

15. Mai 2013 | Themenbereich: Niedersachsen, Prävention | Drucken

Alleine im vergangenen Jahr hat die Versicherungswirtschaft ihren Schaden durch Wohnungseinbrüche auf 600 Millionen Euro taxiert. Im Bundesschnitt konnte 2012 aber nur jeder sechste Einbruch, das sind gerade einmal 15,7 Prozent aller Fälle, aufgeklärt werden.

In Niedersachsen ist die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr um ca. 24 Prozent angestiegen. „Die zuständigen Innenminister und -senatoren der Länder wollen dieser Entwicklung bundesweit entgegenwirken. So analysiert im Auftrag der Innenministerien aktuell eine Arbeitsgruppe den Bereich der Wohnungseinbrüche und erarbeitet ergänzende Strategien“, sagte der IMK-Vorsitzende Boris Pistorius am Mittwoch in Berlin bei der Vorstellung der bundesweiten Zahlen der polizeilichen Kriminalitätsstatistik.

Auch der Ermittlungsdruck auf Einbrecher sei bereits deutlich erhöht worden. Dazu gehöre neben der kontinuierlichen Verbesserung des überregionalen Informationsaustausches unter anderem auch eine Qualitätsoffensive bei der Tatortaufnahme. „Fakt ist aber auch: Über ein Drittel, im vergangenen Jahr sogar 39,1 Prozent aller Wohnungseinbrüche, sind im Versuchsstadium steckengeblieben.

Das belegt, dass sich der Einsatz von geeigneter Sicherungstechnik an Türen und Fenstern lohnt, und der Schutz vor Einbrechern gemeinsam mit einer aufmerksamen Nachbarschaft deutlich verbessert werden kann. Hier müssen wir ansetzen und in der Zukunft noch stärker auf Prävention und Information der Bürger setzen. Jeder kann bei sich zu Hause den Einbruchschutz verbessern. Dabei wollen wir den Bürgerinnen und Bürgern helfen. So gibt es in jeder Polizeidienststelle, für den Hauseigentümer bis zum Mieter, umfangreiche Informationen zur Einbruchssicherung von Haus und Wohnung“, so der Innenminister.

„Der erste Griff, wenn man in sein Auto steigt, ist schließlich der zum Gurt. Und genau so selbstverständlich wie das Anschnallen eine individuelle präventive Maßnahme im Straßenverkehr ist, müssen auch einige wenige Handgriffe, wie das sichere Abschließen der Haus- oder Wohnungstür oder das Schließen der Fenster beim Verlassen des Hauses sein, selbst wenn man nur kurz etwas Einkaufen gehen möchte“, sagte Pistorius. Eine erfolgreiche Prävention funktioniert nur als ein ganzheitlicher Ansatz auf Ebene der Bürgerinnen und Bürger als Mieter oder Eigentümer, Wohnungsbauunternehmern sowie kommunalen Verantwortungsträgern. Deshalb kann sich Pistorius auch gesetzliche  Veränderungen im Rahmen der Bauverordnungen als weiteres Instrument der Einbruchsprävention vorstellen.

„Angesichts bundesweit gestiegener Fallzahlen ist es mir ein besonderes Anliegen, die gemeinsamen Anstrengungen zum Thema Einbruchschutz noch weiter zu forcieren. Eine Möglichkeit wäre dabei etwa der Einbruchschutz bei Neubauten. So könnte ein noch zu definierender Mindeststandard erheblich dazu beitragen, dass sich die Bürgerinnen und Bürger in ihren eigenen vier Wänden noch sicherer fühlen können. Genauso, wie es in den neunziger Jahren gelungen ist, in Deutschland die „Wegfahrsperre“ für Autos einzuführen, sollte es auch möglich sein, Standards für den Einbruchschutz gesetzlich zu verankern. Dies ist vor kurzem bereits auch bei den Brandmeldern gelungen“, so der IMK-Vorsitzende Pistorius.

Auch auf die teils verheerenden Folgen eines Einbruchs für die Opfer weist der niedersächsische Innenminister hin. So leiden viele Menschen, in deren Häuser und Wohnungen eingebrochen wurde, unter Angstzuständen. Für jedes fünfte Einbruchsopfer ist der Leidensdruck sogar so groß, dass sie in eine andere Wohnung ziehen. Auch vor diesem Hintergrund ist der Schutz vor Wohnungseinbrüchen eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, bei der alle gefordert sind, aufeinander zu aufzupassen.

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