Polizei droht, Verlierer des demografischen Wandels zu werden

14. Mai 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die deutsche Bevölkerung wird immer weniger und dabei immer älter. Die Wirtschaft schlägt Alarm, weil sie nicht mehr genügend Arbeitskräfte findet. Auch der Polizei brechen massiv die Bewerberzahlen weg. Dadurch drohen katastrophale Folgen für die Innere Sicherheit Deutschlands.

Beim heutigen Demografiegipfel in Berlin wird die Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel Antworten auf die gesellschaftlichen Herausforderungen des demografischen Wandels geben und konkrete Maßnahmen zum Gegensteuern benennen müssen. Die meisten Kriminalpolizeien in den Ländern sind heute schon hoffnungslos überaltert. Der Fachverstand wird damit in kürzester Zeit verschwinden.

Diese riesigen Lücken, allein in Nordrhein-Westfalen werden in den nächsten 5 Jahren mehrere Tausend Kriminalbeamte in den Ruhestand gehen, müssen durch gut ausgebildete junge Menschen gefüllt werden.

„An der Frage, ob der Öffentliche Dienst in der Lage sein wird, sich im Wettstreit mit der Privatwirtschaft um die jungen klugen Köpfe durchzusetzen – also genau dem Personal, das für die Entwicklung einer modernen Polizei unverzichtbar ist – wird sich entscheiden, wie sicher unser Land in der Zukunft sein wird“, beschreibt der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz die dramatische Situation.

Von Polizistinnen und Polizisten ständig Gehaltseinbußen zur Finanzhaushaltskonsolidierung abzuverlangen, wird von jungen Leute ganz sicher nicht als Attraktivitätssteigerung des Polizeiberufes gesehen.

Das Problem der einbrechenden Bewerberzahlen ist weitergehender. Ohne externes Expertenwissen kann heutzutage keine Polizei mehr erfolgreich arbeiten. Wir benötigen das Wissen von Bilanzbuchhaltern, Betriebswirten, Wissenschaftlern. Informatikern und vielen mehr. Die Polizei steht auch bei der Gewinnung externen Fachpersonals in ständiger Konkurrenz zum freien Markt. Außer einer angemessenen Verbesserung der Einkommen müssen schnellstmöglich weitere Lösungsmöglichkeiten wie z. B. Sonderlaufbahnen für Experten in der Kriminalitätsbekämpfung geschaffen werden.

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