Sicherheitskonzept ‚Für Fußball gegen Gewalt‘

8. Mai 2013 | Themenbereich: Bayern | Drucken

Auf einem Fußball-Sicherheitsgipfel hat heute Bayerns Innenminister Joachim Herrmann zusammen mit den sieben bayerischen Fußballvereinen der 1. und 2. Bundesliga, dem Präsidenten des Bayerischen Fußball-Verbandes (BFV), Dr. Rainer Koch, und Fanvertretern über die Umsetzung des neuen Sicherheitskonzepts der Deutschen Fußball-Liga (DFL) beraten. „Wir wollen ein friedliches Fußballerlebnis für alle Fans und gemeinsam gegen gewaltbereite Chaoten und Pyrotechnik in Stadien vorgehen“, fasste Herrmann die Gesprächsergebnisse zusammen.

Dabei machte der Innenminister deutlich, dass er insbesondere den Dialog mit den Fußball-Fans intensivieren werde. „Dazu schlagen wir neue Schlichtungsstellen vor“, erläuterte Herrmann. „An diese bundesweit einmaligen Stellen können sich Fußballfans, Vereine, Städte und Polizei bei konkreten Problemen wenden. Sie sollen immer dort vor Ort eingerichtet werden, wo eine Schlichtung gewünscht wird. Ich freue mich, dass sich der Bayerische Fußball-Verband zur Mitwirkung bereiterklärt hat.“ Weiter kündigte Herrmann an, zu Beginn der neuen Bundesliga-Saison vor Ort bei jedem bayerischen Fußballverein der 1. und 2. Liga Fangespräche über Sicherheitsmaßnahmen zu führen.

Auch BFV-Präsident und DFB-Vizepräsident Koch unterstrich die Bedeutung des Dialogs mit den Fans und betonte: „Die Fans müssen erkennen, dass die Verbände nicht ihre Gegner sind. Wir setzen uns für das Recht der Fans ein, ihr eigenes Stadionerlebnis gestalten zu können. Voraussetzung dafür ist der unverhandelbare Verzicht auf Gewalt, Rassismus und Pyrotechnik. Ich denke, wir sind insgesamt auf einem guten Weg.“

Neben der Intensivierung des Fan-Dialogs waren verbesserte Zugangskontrollen durch die Vereine ein wichtiges Thema. Dazu Herrmann: „Es dürfen keine gefährlichen Gegenstände in die Stadien geschmuggelt werden. Wir wollen deshalb besser geschulte Ordner und eine Optimierung der baulichen Standards erreichen.“ Gerade der Einsatz von Pyrotechnik könne mit Knalltraumata, Rauchgasvergiftungen und schwersten Brandverletzungen verheerende Folgen haben. Einen weiteren Schwerpunkt setzte der Innenminister bei der zunehmenden Gewalt in Stadien und auf Reisewegen. Ein empfindliches Druckmittel seien hier konsequente Stadionverbote, um gewaltbereite Chaoten wirkungsvoll in die Schranken zu weisen. „Gewalttäter und Chaoten haben beim Fußball nichts verloren“, betonte der Innenminister. „Auch Familien und Kinder sollen Fußballspiele gefahrlos besuchen und genießen können.“

Dass hier ein großer Handlungsbedarf besteht, zeigen die Statistiken. Die Bayerische Polizei betreute in der Spielsaison 2011/2012 181 Fußballspiele mit insgesamt über vier Millionen Zuschauern. Bei 132 Spielen kam es zu Störungen mit insgesamt 832 Strafanzeigen. 74-mal wurden pyrotechnische Gegenstände abgebrannt. Bei den Einsätzen wurden 64 Polizeibeamte verletzt. Insgesamt waren in der vergangenen Fußballsaison rund 33.000 Beamtinnen und Beamte der Bayerischen Polizei eingesetzt.

Am heutigen Fußball-Sicherheitsgipfel nahmen neben dem Bayerischen Fußball-Verband der FC Bayern München, der 1. FC Nürnberg, der FC Augsburg, der TSV 1860 München, der FC Ingolstadt, der SSV Jahn Regensburg und die SpVgg Greuther Fürth teil. Des Weiteren waren Vertreter der Städte München, Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Fürth und Ingolstadt dabei, unter anderem der Ingolstädter Oberbürgermeister Dr. Alfred Lehmann, der Fürther Bürgermeister Markus Braun und der Nürnberger Bürgermeister Dr. Klemens Gsell. Für die Fanseite kamen die Fanbeauftragen der Vereine, Betreuer von Fanprojekten und einige Fußballfans. Außerdem nahmen Vertreter der Bayerischen Polizei und der Bundespolizei an den Gesprächen teil.

 

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