GdP Schleswig-Holstein überschätzt die Wirkung von künstlicher DNA

1. Mai 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Die Forderung nach Einsatz der neuen Wunderwaffe „künstliche DNA“ kommt einer kriminalistischen Tatsachenverdrängung beim Wohnungseinbruchsdiebstahl gleich. Die kDNA soll es nun beim Wohnungseinbruch in Schleswig-Holstein richten.

Die Kollegen der GdP Schleswig-Holstein beziehen sich auf angeblich tolle Erfolge in Bremen. Nach einem Blick in die PKS der Freien Hansestadt Bremen sieht die angebliche Erfolgsmeldung dann so aus: Im Jahr 2010 werden in Bremen 2.632 Wohnungseinbrüche erfasst, 2011 sind es 2.772 und im Jahr 2012 werden 2.933 Wohnungseinbrüche registriert und dies bei gleichzeitigem Rückgang der Gesamtstraften in 2012.

Wo ist denn dort der Erfolg?

Der Einsatz der kDNA ist in Bremen in keiner Untersuchung evaluiert worden. Es hat lediglich ein Projekt gegeben, wobei in 700 Wohnungen kDNA platziert wurde. In 9 dieser Wohnungen wurde eingebrochen.

Was beweist das? Die Länder Bremen und Brandenburg (dort wird die kDNA ebenfalls probiert), die fast euphorisch in der Berichterstattung über die Möglichkeiten und ihrer Unterstützung der kDNA-Projekte sind, haben eins gemeinsam, sie betreiben ganz erhebliche Stellenreduzierungen in der Kriminalitätsbekämpfung.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Richtig ist, in vielen Ländern wird der Wohnungseinbruch nur stiefmütterlich bearbeitet, weil politisch durchgesetzte Personalreduzierungen in der Kriminalitätsbekämpfung eine umfänglich qualitative Sachbearbeitung nicht mehr zulassen.

„Anstatt bei Einbruchsversuchen vor Ort zu ermitteln, wird der Weg der beschleunigten und abschließenden Bearbeitung genutzt – knicken, lochen, heften – Abarbeitung von „Unbekannt-Sachen“ heißt so etwas“, beschreibt der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz die tatsächlichen bundesweiten Bedingungen der kriminalistischen Bearbeitung von Wohnungseinbruch.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.