Auflösung des Landesinstitutes für Rechtsmedizin – der falsche Weg!

24. April 2013 | Themenbereich: Brandenburg, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Kriminalisten halten die Auflösung des Brandenburgischen Landesinstitutes für Rechtsmedizin für den falschen Weg.

Der Landesvorsitzende des Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK) Brandenburg, Riccardo Nemitz (39), hält die durch den Brandenburgischen Landtag empfohlene Auflösung des Institutes für Rechtsmedizin für den falschen Weg! „Rechtsmedizin ist bei weitem mehr als nur eine Klinik mit Pathologie.“ Zu ihren Aufgaben gehört die allgemein bekannte Obduktion. Darüber hinaus untersuchen und begutachten Rechtsmediziner auch lebende Personen, um die Ursachen und Abläufe zu deren Verletzungen zu erklären. Dazu bedient sich die Rechtsmedizin vielen wissenschaftlichen Feldern. Diese für ein Strafverfahren bedeutenden Aufgaben müssen in staatlicher Hand bleiben, so Nemitz.

Durch die Kripo-Gewerkschaft wird die gestrige Kritik durch Brandenburgs Generalstaatsanwalt Dr. E.C. Rautenberg an der empfohlenen Auflösung des Institutes in vollem Umfang unterstützt.

Nemitz fordert: „Die Empfehlung des Landtages ist von diesem neu zu überdenken. Bei diesem Prozess sollten die Beteiligten, wie Rechtsmediziner, Juristen und Kriminalisten mit ins Boot geholt werden. Nur so ist eine sachlich fundierte Entscheidung zu der durch den Landtag diskutierten Frage möglich.“

1 Kommentar
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  1. Die langjährige Erfahrung bestätigt sich immer wieder aufs neue. Wenn der Rotstift regiert, treten die Opferinteressen ganz weit zurück.
    Auch in Hessen wurde Rechtsmedizinische Institute aus Kostengründen geschlossen. Die Obduktionsrate ist verschwindend gering. Seriöse Zahlen aus der Dunkelfeldforschung, wonach jährlich 1000 – 2000 Tötungsdelikte unerkannt bleiben, werden ignoriert. Aber wehe es trifft mal einen Politiker oder eine Person des öffentlichen Lebens.

    „Zweiklassengesellschaft“ – mehr fällt mir dazu nicht ein. Wer Geld hat, bekommt Recht.

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