Videoüberwachung im öffentlichen Raum

22. April 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der BDK fordert seit längerem einen forcierten Ausbau der Videoüberwachung in DB-Bahnhöfen und an öffentlichen Plätzen mit tatsächlich hohem Gefährdungspotenzial. Der Einsatz von Videokameras an analytisch erkannten Gefährdungspunkten ist keine Videoüberwachung als Ausprägung eines Überwachungsstaates.

„Kriminalisten benötigen Videoaufzeichnungen vorrangig zur Aufklärung von Straftaten und hier gibt es eine Vielzahl von Beispielen, angefangen mit den Bombenanschlägen auf den öffentlichen Personenverkehr 2005 in London bis zur Identifizierung der sog. Kofferbomber 2006 auf dem Kölner Bahnhof und den Attentätern von Boston,“ begründet der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz die Wichtigkeit von Videoaufzeichnungen im öffentlichen Raum.

„Wenn es zu Gewaltstraftaten in Bahnhöfen oder sonstigen öffentlich zugängigen Bereichen kommt, erwartet die Bevölkerung – zu Recht – die rasche Ermittlung der Täter. Dazu brauchen wir die Videoüberwachung flächendeckend an bekannten Gefahrenpunkten.

Videoüberwachung heißt in diesem Fall, Speicherung der Videoaufzeichnungen zu Auswertezwecken von mindestens 48 Stunden“, so der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz.

„Mit der Aufklärung der Straftaten decken Kriminalisten gleichzeitig kriminelle Strukturen und Vernetzungen der Täter oder Tätergruppierungen auf und verhindern so sofortiges weiteres kriminelles Vorgehen der Täter“, weiß der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz auch um die nicht zu unterschätzende präventive Wirkung von Straftatenaufklärung.

Die von den Videoüberwachungsgegnern so gern propagierte nicht-präventive Wirkung von installierten Videokameras an Gefahrenpunkten ist falsch.

„Würde Politik in Technik, die selbstständig verdächtiges Verhalten signalisieren kann und gleichzeitig in geschultes Personal investieren, das live an den Videoüberwachungsbildschirmen die Gefahrenstellen beobachtet, könnten Gefahrensachverhalte bereits im Ansatz erkannt und Polizeikolleginnen und -kollegen gezielt zur Gefahrenintervention geführt werden“, plädiert der BDK-Bundesvorsitzende André Schulz für eine moderne und effektive Videoüberwachung.