Innenminister verstärkt Maßnahmen für mehr Sicherheit beim Motorradfahren

22. April 2013 | Themenbereich: Bayern | Drucken

Bayerns Innenminister Joachim Herrmann hat heute in Nürnberg verstärkte Maßnahmen für mehr Sicherheit beim Motorradfahren vorgestellt. Dabei setzt Herrmann im Rahmen des neuen Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm 2020 ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘ auf Verbesserungen des Straßenraumes, Fahrsicherheitstrainings und Verkehrsüberwachung. Außerdem gab der Innenminister den Startschuss für eine Schwerpunktaktion. „Ab heute wird die Bayerische Polizei für eine Woche verstärkt an beliebten Motorradstrecken präsent sein“, so Herrmann.

Wie Herrmann weiter erläuterte, gehe es bei der Schwerpunktwoche der Bayerischen Polizei in erster Linie um die Aufklärung der Motorradfahrer über die Gefahren ihres Hobbys insbesondere bei riskanten Fahrweisen. „Sichtbare Polizeipräsenz und das direkte Gespräch zwischen Beamten und Motorradfahrern sind mir hier sehr wichtig“, erklärte Herrmann. „Verantwortung, Voraussicht und Rücksicht müssen auch beim Motorradfahren ständige Begleiter sein.“ Wo diese Einsicht fehle, seien aber Sanktionen unverzichtbar, machte der Innenminister deutlich: „Daher werden wir bei unserer Schwerpunktwoche auch Verkehrsverstöße ahnden.“ Nachdem bei Motorradunfällen überhöhte Geschwindigkeit Unfallursache Nummer eins ist, kündigte Herrmann während der gesamten Motorradsaison konsequente Kontrollen durch die Bayerische Polizei an.

Besonders wichtig sind für Herrmann vielfältige Verbesserungen im Verkehrsraum, gerade auf Landstraßen. „Insgesamt werden wir in die Sicherheit auf bayerischen Landstraßen bis 2020 rund 400 Millionen Euro investieren“, betonte der Innenminister. „Davon profitieren insbesondere auch Motorradfahrer.“ Dazu gehört zum Beispiel die Einrichtung sogenannter ‚fehlerverzeihender Seitenräume‘. Das heißt, Hindernisse wie Brückenpfeiler, Leitungsmasten oder auch Bäume unmittelbar am Straßenrand sollen vermieden, entfernt oder mit passiven Schutzeinrichtungen gesichert werden. Daneben werde das Programm ‚Sichere Landstraße‘ fortgesetzt, das auf Verbesserungen an Unfallhäufungsstellen und Knotenpunkten abzielt. Auch die erfolgreiche Aktion ‚Sichere Motorradstrecken‘ werde fortgeführt. Besonders wirkungsvoll sei laut Herrmann die Ausstattung gefährlicher Motorradstrecken mit Leitplanken und speziellem Unterfahrschutz für Motorradfahrer. „Allein hierfür stehen in den nächsten drei Jahren eine Million Euro zur Verfügung“, so Herrmann. Als vorbildlich bezeichnete er die Spendenaktion des ADAC ‚Jeder Meter zählt‘ (www.jeder-meter-zaehlt.de), bei der es um die Finanzierung weiterer Schutzmaßnahmen an beliebten Motorradstrecken geht.

Der Innenminister appellierte an alle Motorradfahrerinnen und Motorradfahrer, gerade zu Saisonbeginn unbedingt die Angebote für Fahrsicherheitstrainings zu nutzen. Beispielsweise beginne jetzt vor der traditionellen Motorradsternfahrt nach Kulmbach, die am 28. April stattfindet, eine spezielle Fahrsicherheitswoche. „In enger Zusammenarbeit mit dem Landesverband der Bayerischen Fahrlehrer bieten wir bayernweit rund ein Dutzend kostenloser Fahrsicherheitskurse an“, erläuterte Herrmann. „Dazu kommt das umfangreiche Fahrsicherheitsangebot des ADAC, das gerade für Zweiradfahrer lebenswichtige Tipps, Hilfe und Unterstützung bietet.“

Dass bei Motorradfahrern Handlungsbedarf bestehe, zeige laut Herrmann allein ein Blick auf die Unfälle in Bayern vom vorletzten Wochenende, an dem zum ersten Mal in diesem Jahr gute Fahrbedingungen herrschten. Bei insgesamt 98 Unfällen mit Beteiligung von Motorradfahrern kam ein Biker ums Leben und 64 Personen wurden leicht sowie 35 schwer verletzt. Im Jahr 2012 sind in Bayern bei 9.300 Verkehrsunfällen (minus fünf Prozent) 144 Motorradfahrer gestorben (minus neun Prozent), 8.200 wurden verletzt (minus fünf Prozent).

Ziel des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ist, bis zum Jahr 2020 die Unfallzahlen weiter zu reduzieren und die Zahl der Verkehrstoten um 30 Prozent im Vergleich zu 2011 zu senken.

 

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