Unfallschwerpunkt Landstraße

15. April 2013 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

„Die Unfallstatistik zeigt uns auf Landstraßen einen besonderen Handlungsbedarf in Sachen Verkehrssicherheit auf. Deshalb haben wir im Rahmen unseres neuen Verkehrssicherheitsprogramms „Bay-ern mobil – sicher ans Ziel“ ein umfangreiches Maßnahmenpaket ge-schnürt und wollen bis 2020 mit einem Mitteleinsatz von rund 400 Millionen Euro die Verkehrssicherheit auf Landstraßen deutlich verbessern“, so Innenminister Joachim Herrmann bei der 2. Bayerischen Verkehrssicherheitskonferenz zum ‚Unfallschwerpunkt Landstraße‘ im Audi Forum Ingolstadt. Neben baulichen Maßnahmen, wie den Bau von Kreisverkehren und Ampelanlagen, den Anbau von Überholfahrstreifen, die Entschärfung von Kurven und die Installation von Leitplanken, sollen auch straßenverkehrsrechtliche Maßnahmen, wie zum Beispiel eine bessere Beschilderung und Markierung, zum Tragen kommen. Gleichfalls wird die Polizei weiterhin einen besonderen Schwerpunkt auf die Geschwindigkeitsüberwachung legen. Die 2. Verkehrssicherheitskonferenz lieferte mit Fachvorträgen und einer Podiumsdiskussion weitere wertvolle Impulse für mehr Verkehrssi-cherheit auf Bayerns Landstraßen.

Dank der Arbeit der Unfallkommissionen konnten in den vergangenen Jahren bereits viele gefährliche Straßenabschnitte durch straßenverkehrsrechtliche oder bauliche Maßnahmen entschärft werden. Um unfallträchtige Straßenabschnitte sicherer zu machen, setzt Bayern das Programm ‚Sichere Landstraße‘ fort. Eine Maßnahme des Programms ist die Ausstattung gefährlicher Motorradstrecken mit Leitplanken mit Unterfahrschutz. Hierfür soll in den nächsten drei Jahren rund eine Million Euro investiert werden. Zugleich sieht das Programm Maßnahmen vor, die der Verbesserung der Sicherheit im gesamten Landstraßennetz dienen. Neben dem Abbau des Schilderwalds zählt hierzu insbesondere die flächendeckende Verbesserung der Beschilderung und Markierung. Herrmann: „Da moderne Spurhalteassistenzsysteme auf gut erkennbare Längsmarkierungen angewiesen sind, ist dies auch für die Fahrzeugindustrie von besonderer Bedeutung. Deshalb werden wir für die in staatlicher Baulast stehenden Landstraßen jährlich je eine Million Euro pro 1000 Kilometer Straße in die Verbesserung der Markierung, der Beschilderung und der Schutzausstattung auf Landstraßen investieren. Das sind insgesamt rund 20 Millionen Euro.“

Herrmann ist optimistisch, dass bis zum Jahr 2020 Forschung und Technik weitere marktreife Systeme entwickelt haben werden, die die Sicherheit im Straßenverkehr weiter voranbringen und neue Wege in der Verkehrssicherheit eröffnen. „Ungewöhnliche Wege zu gehen und neue Ansätze auszuprobieren – das macht für Audi Vorsprung durch Technik aus“, so Rupert Stadler, Vorstandsvorsitzender der AUDI AG. Das Unternehmen präsentierte seine massiven Anstrengungen für mehr Sicherheit im Straßenverkehr. Stadler: „Ein Audi ist heute ein fahrender Computer, der für Fahrdynamik und Sicherheit zugleich sorgt. Vernetzte Automobile tauschen sich über Gefahrenstellen aus, intelligente Fahrerassistenzsysteme machen die Fahrt sicherer. “

Bei der Verkehrssicherheitskonferenz konnten die Teilnehmer Fahrerassistenzsysteme in einem Audi A3 Fahrsimulator testen. Die „adaptive cruise control“ hält den Abstand zum Vordermann, „pre sense front“ greift mit Notbremsungen ein und kann so Unfälle vermeiden. Der „active lane assist“ hilft, die Spur zu halten und der „side assist“ warnt beim Spurwechsel vor überholenden Autos. Ein nächster Schritt auf dem Weg zu mehr Verkehrssicherheit wird das bereits erfolgreich getestete Pilotierte Fahren sein. „Wo der Mensch an seine Grenzen stößt, darf, kann und muss die Technik eingreifen“, betonte Stadler. Herrmann: „Es ist ein äußerst wichtiges Signal, wenn sich auch große Autohersteller in dieser Weise für die Verkehrssicherheit einsetzen. Nachahmer sind hier ausdrücklich erwünscht!“

Eine große Rolle für die Verkehrssicherheit spielt auch der Straßenseiten-raum. Stehen hier Hindernisse, wie zum Beispiel Bäume im Weg, hat dies meist schwerste oder tödliche Verletzungen zur Folge. Hier setzt die Maß-nahme ‚fehlerverzeihender Seitenraum‘ an, mit der Hindernisse im Seiten-raum beseitigt oder durch Leitplanken abgesichert werden.

2012 kamen leider auch 30 Radfahrer und 17 Fußgänger auf Landstraßen ums Leben. Deshalb hat der Freistaat besonders die Querungsstellen im Blick. Herrmann strebt Schritt für Schritt einen bedarfsgerechten Ausbau von barrierefreien, behindertengerechten und beleuchteten Querungshilfen an. Gleichfalls liegt ein Fokus auf dem Ausbau des Radwegenetzes.

Die Länge der überörtlichen Straßen in Bayern summiert sich auf rund 42.000 Kilometer. Rund 32.000 Kilometer davon (76 Prozent) sind Land-straßen. 2012 wurden bei rund 16.000 Unfällen mit Personenschaden auf Landstraßen 23.926 Menschen verletzt, 435 starben bei diesen Verkehrs-unfällen. Die drei wichtigsten Hauptunfallursachen für tödliche Landstra-ßenunfälle waren überhöhte Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen und Fahren unter Alkoholeinfluss.

Ziel des Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramms ist es, bis zum Jahr 2020 die Unfallzahlen weiter zu reduzieren und die Zahl der Verkehrstoten um 30 Prozent zu senken. Denn: „Jeder Tote, jeder Verletzte im Straßen-verkehr ist einer zu viel!“, so Herrmann.

 

 

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