Aufbau medizinsicher Spezialeinheiten für Bevölkerungsschutz kann beginnen

15. April 2013 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Im Rahmen des 16. Landeswettbewerbs der Rotkreuz-Bereitschaften des DRK unterzeichnete Innenminister Lorenz Caffier heute gemeinsam mit dem Präsidenten des DRK-Landesverband Werner Kuhn die Vereinbarung zum Aufbau und Betrieb einer Medical Task Force (MTF) in Mecklenburg-Vorpommern. Damit setzt das Land die strategische Neuausrichtung des Bundes im Bevölkerungsschutz um. Gleichzeitig übergab Innenminister Caffier an den DRK-Landesverband die ersten von insgesamt 21 Spezialfahrzeugen, die der Bund zur Verfügung stellt.

Die Medizinischen Task Forces sind zentraler Bestandteil eines neuen Ausstattungskonzeptes des Bundes für den Bevölkerungsschutz. Sie ergänzen den Sanitätsdienst im Katastrophenschutz der Länder und sollen die medizinische Versorgung der Bevölkerung bei einem Massenanfall von Verletzten sichern. Bis zum Jahr 2020 soll der Aufbau von drei Medical Task Forces im Land mit insgesamt 660 Rettungssanitätern und Notärzten vollständig abgeschlossen sein.

„Neben den hauptberuflichen Kräften bei Polizei, Rettungsdiensten und Feuerwehr wird das Hilfeleistungssystem in der Bundesrepublik getragen durch das ehrenamtliche und bürgerschaftliche Engagement der freiwilligen Helferinnen und Helfer“, sagte Innenminister Caffier. „Ich bin mir sicher, dass sie sich auch in den neuen Spezialeinheiten aktiv einbringen werden.“

Es ist vorgesehen in Mecklenburg-Vorpommern die drei MTF in den Großräumen Schwerin, Rostock und Neubrandenburg zu etablieren.

Für die Integration der Ausstattung der neuen Spezialeinheiten wurde durch eine im Vorfeld eingerichtete Arbeitsgruppe auf Landesebene ein Funktionskonzept erstellt. Ein Bestandteil des Funktionskonzeptes ist die heute zwischen dem Land Mecklenburg-Vorpommern und dem Landesverband des Deutschen Roten Kreuzes geschlossene Vereinbarung über den Aufbau, die Vorhaltung und den Einsatz der MTF.

Die Medical Task Force besteht aus sogenannten einzelnen Fachmodulen, die dann als Einheit eine besondere katastrophenmedizinische Lage bewältigen können. Es können Verletzte nach chemischen, biologischen, radioaktiven oder nuklearen Katastrophenlagen dekontaminiert, medizinisch versorgt und transportiert werden. Die Fachmodule sind Führung, Dekontamination Verletzter, Behandlung, Patiententransport und Logistik.

Die Aus-und Fortbildung aller Helfer für Krisenlagen wird über ein mehrstufiges System gewährleistet.

In jährlichen Kreis- und Landesübungen mit wechselnden Schwerpunktthemen, wie z.B. Tierseuchen, Gefahrstoffunfälle oder Naturkatastrophen wird dann das Wissen für den Ernstfall gefestigt.

Eine MTF besteht im Einsatzfall einer Dienstschicht aus 110 Helferinnen und Helfern und insgesamt 20 Fahrzeugen verschiedener Fahrzeugtypen. Sie ist in der Lage, einen Behandlungsplatz für bis zu 50 Personen einzurichten und zu betreiben.

Insgesamt erhält das Land Mecklenburg-Vorpommern für die MTF vom Bund 21 neue modern ausgestattete Spezialfahrzeuge. Bei den heute in Neubrandenburg von Innenminister Caffier offiziell an den DRK-Landesverband übergebenen Fahrzeugen handelt es sich um Mannschaftstransportwagen, Kommando-Wagen, Krankentransportwagen und den Gerätewagen „Sanität“.

Der Gerätewagen „Sanität“ ist von ganz besonderer Bedeutung. In ihm befinden sich unter anderem Verbandzeug, Beatmungsgeräte, Krankentragen und Diagnosehilfen. Die medizinischen Möglichkeiten beim Einsatz erreichen in Teilen durchaus das Niveau einer Intensivstation. Denn die Ausstattung des Gerätewagens soll nicht nur die Erstversorgung ermöglichen, sondern im Bedarfsfall auch weitere Behandlung, falls die Betroffenen nicht unmittelbar in ein Krankenhaus transportiert werden können.

Deshalb gehören auch Zelt, Stromerzeuger, Beleuchtung und sogar Mobiliar zum Equipment des Gerätewagens.

Für jede MTF sind sieben Gerätewagen „Sanität“ vorgesehen.

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.