Innenministerin stellt Kriminalitätsentwicklung 2012 vor

13. April 2013 | Themenbereich: Kriminalität, Saarland | Drucken

Im Rahmen einer Pressekonferenz hat Innenministerin Monika Bachmann am Freitag, 12. April 2013, gemeinsam mit Polizeipräsident Norbert Rupp und dem Leiter Direktion LPP 2 (Kriminalitätsbekämpfung/LKA), Kriminaldirektor Harald Schnur, die Zahlen der Kriminalitätsentwicklung des Jahres 2012 vorgestellt.

Die Zahl der im Saarland registrierten Straftaten ist im zurückliegenden Jahr angestiegen. Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) 2012 verzeichnet mit 72.872 (2011:69.268) bekannt gewordenen Straftaten einen Anstieg um +3.604 Fälle oder 5,2 %. Die Häufigkeitszahl, also die Anzahl der bekannt gewordenen Straftaten pro 100.000 Einwohner, stieg um + 5,6 % auf 7.191 (2011: 6.807). Im Vergleichszeitraum ging die Aufklärungsquote gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozentpunkte zurück und liegt nun bei 53,5 %. Es wurden 28.012 Tatverdächtige ermittelt. Im Jahr 2012 betrug der durch Straftaten verursachte materielle Schaden 212,6 Millionen Euro. Gegenüber dem Vorjahr (125,7 Mio.) bedeutet dies einen Anstieg um 86,9 Millionen Euro (+ 69,1 %).

Die PKS verzeichnet für das Jahr 2012 in der Mehrheit der Straftatenhauptgruppen Anstiege: „Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit“ (+ 5,3 %), „Vermögens- und Fälschungsdelikte“ (+ 6,8 %) „Diebstahl“ (+ 7,7 %), „Sonstige Straftaten nach dem Strafgesetzbuch (+ 2,3 %)“, „Gewaltkriminalität“ (+ 4,1 %), Häusliche Gewalt (+ 7,7 %).

Entsprechend dem bundesweiten Trend erhöhte sich auch im Saarland die Zahl der Wohnungseinbrüche auf 2031 (2011:1665). Somit ist ein Anstieg um 366 Fälle oder 22% zu verzeichnen.

Als Reaktion auf diesen Anstieg richtete das Landespolizeipräsidium (LPP) die „Ermittlungsgruppe (EG) Wohnungseinbruch“ ein. Deren Ermittlungstätigkeiten führten bisher zu 11 Haftbefehlen, vorwiegend gegen Mitglieder osteuropäischer Gruppierungen. Darüber hinaus konnten bei zusätzlich durchgeführten landesweiten Kontrolltagen wichtige Erkenntnisse über potentielle Täter und Tätergruppierungen sowie Tatzusammenhänge gewonnen werden.

Ebenso auffällig war die Kriminalitätsentwicklung im Bereich des Buntmetalldiebstahls. Aufgrund des starken Anstiegs in diesem Deliktsfeld setzte das Landespolizeipräsidium die die EG Metall ein.

Die EG Metall erwirkte im Ergebnis insgesamt 28 Haftbefehle, wobei bislang bereits 17 vollstreckt sind.

Gerade anhand dieser beiden Beispiele bemerkte der Landespolizeipräsident: „Die neue Organisation der saarländischen Polizei bietet die Möglichkeit im Bereich der Kriminalitätsbekämpfung durch den Wegfall von Schnittstellen deutlich flexibler und schneller auf aktuelle Problembereiche einzuwirken. So ist es jetzt möglich ohne Verzögerungen landesweite Ermittlungsgruppen unter Beteiligung der gesamten Polizei einzurichten.“

Rückgänge gab es in folgenden Bereichen: „Straftaten gegen das Leben“ (- 9,7 %), „Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung“ (- 8,9%), „Strafrechtliche Nebengesetze“ (- 2,0 %) und Wirtschaftskriminalität (- 0,3 %).

Bei der Begehung von Straftaten spielt das Internet eine immer größere Rolle. Die Bandbreite der Delikte ist vielfältig. Insbesondere Warenkreditbetrügereien aber auch Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung (z.B. Verbreitung von Kinderpornographie) sind stark verbreitet. In dem zur Bekämpfung dieser Straftaten neu eingerichteten Dezernat LPP 222 (Cybercrime), das sich mit allen Straftaten der virtuellen Welt befasst, arbeiten neben speziell ausgebildeten Polizeibeamten auch IT-Fachleute. Ermittlungen, Auswertungen, Internetrecherche und IT-Beweissicherung sind in dem neuen Dezernat zentral gebündelt.

Das Fallaufkommen im Bereich der Jugendkriminalität, also der Gesamtheit aller Straftaten, begangen durch Tatverdächtige unter 21 Jahren, ist ebenso rückläufig. Hier gingen die registrierten Straftaten um 53 Fälle oder – 0,7 % auf 8.083 Delikte zurück (2011: 8.136). Es wurden 6.154 Tatverdächtige ermittelt, die der Jugendkriminalität zugeordnet werden (2011: 6.296).

Daneben ist für den Bereich der „Strafrechtlichen Nebengesetze“ (darunter fallen Rauschgiftdelikte, Delikte im Bereich des Waffengesetztes etc.) im abgelaufenen Jahr 2012 ein rückgängiger Trend zu verzeichnen. So fiel die Zahl der registrierten Straftaten gegenüber dem Vorjahr von 4.333 auf 4.248 Fälle (- 2,0 %).

Bei der Politisch motivierten Kriminalität (PMK) gab es im Jahr 2012 mit 167 registrierten Straftaten gegenüber dem Vorjahr ein Anstieg um insgesamt 10 Fälle bzw. 6,4 % (2011: 157). 138 Delikte entfallen auf den Bereich PMK rechts (2011: 138). Diese Zahl beinhaltet 108 sogenannte Propagandadelikte (z.B. Aufmalen von Hakenkreuzen). 6 Delikte sind dem Bereich der PMK links (2011: 6) zuzuordnen und 3 Delikte dem Bereich PMK Ausländer (2011: 6). Im Bereich „Sonstige Straftaten/ nicht zuordenbar“ stieg die Zahl von 7 auf 20 Fälle.

„Als Innenministerin ist es nicht nur meine Pflicht, sondern auch mein persönliches Anliegen für die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger im Saarland zu sorgen. Dabei müssen wir auch zukünftig das Augenmerk besonders auf die Bekämpfung der Wohnungseinbruchskriminalität und Internetkriminalität richten. Aber auch dahingehend blicke ich optimistisch in die Zukunft. Das im Landespolizeipräsidium neu eingerichtete Dezernat LPP 222 („Cyberkriminalität“) verfügt in jeder Beziehung über optimale Voraussetzungen der Internetkriminalität effizient entgegenzutreten. Besonders möchte ich in diesem Zusammenhang darauf hinweisen, dass neben den dort eingesetzten spezialisierten Polizeibeamten zwei externe Internetexperten eingestellt werden; ein Umstand, der im Lichte der finanziellen Rahmenbedingungen nicht einfach zu stemmen ist“ so Innenministerin Bachmann abschließend.

 

 

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