Zentrales Ausbildungszentrum für Justiz und Finanzverwaltung

11. April 2013 | Themenbereich: Justiz, Nordrhein Westfalen | Drucken

NRW-Justizminister Thomas Kutschaty hat gemeinsam mit NRW-Finanzminister Dr. Norbert Walter-Borjans, Niederlassungsleiter Hans-Gerd Böhme vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB), BLB-Geschäftsführer Rolf Krähmer sowie Wuppertals Oberbürgermeister Peter Jung, den Grundstein für die Neubauten der Justizvollzugsschule NRW und der Landesfinanzschule gelegt.

Der BLB errichtet eine Gebäudegruppe mit sechs Unterkunfts- und Seminargebäuden. 180 Schüler der Justizvollzugsschule sowie 360 Schüler der Landesfinanzschule werden in die Appartements einziehen. Das zentrale Ausbildungszentrum für Landesbedienstete schafft durch die gemeinsame Nutzung von Verwaltung und Mensa Synergien und wirtschaftliche Optimierung. Eine zweigeschossige Sporthalle beherbergt künftig zwei Sportfelder, Umkleiden und Übungshaftzellen für die Ausbildung der zukünftigen Justizvollzugsbeamten. Die Fertigstellung ist für Oktober 2014 geplant. Die Rohbauarbeiten haben bereits begonnen, derzeit werden die Fundamente und Bodenplatten der Landesfinanzschule betoniert. Die Arbeiten für die Justizvollzugsschule beginnen zeitversetzt Anfang Mai. Die Projektkosten betragen insgesamt rund 54 Millionen Euro.

In einem Zeitraum von jeweils zwei Jahren durchlaufen bis zu 300 Anwärterinnen und Anwärter die schulischen Ausbildungsteile, die durch eine praktische Ausbildung in den Justizvollzugseinrichtungen ergänzt werden. Die Lernenden werden von 20 hauptamtlichen Lehrkräften und bis zu 40 Praktikern aus dem Justizvollzug nach Methoden der Erwachsenenbildung unterrichtet. Die Anwärterinnen und Anwärter des mittleren Verwaltungsdienstes werden dabei auf vielseitige Aufgaben in der Verwaltung von Justizvollzugsanstalten vorbereitet. Sie werden dort mit Angelegenheiten der Bediensteten und der Inhaftierten in der Personal- und der Vollzugsgeschäftsstelle, in der Arbeitsverwaltung und der Haushaltsabteilung betraut. Künftige Bedienstete des Werkdienstes werden an der Justizvollzugsschule in sogenannten Meisterklassen auf den Umgang mit Gefangenen vorbereitet. In diese Laufbahn werden gestandene Industrie- und Handwerksmeister eingestellt, die künftig in den Arbeitsbetrieben der Justizvollzugsanstalten, zum Beispiel in Schreinereien oder Druckereien, Inhaftierte ausbilden und sie bei der Arbeit anleiten.

„Wichtig ist, den Inhaftierten in den Betrieben den Übergang in das Arbeitsleben nach der Haftzeit zu erleichtern oder sie erstmals an geregelte Arbeit heranzuführen. Neben der Sicherung der Gefangenen in den landesweit 37 Haftanstalten sind die künftigen Justizvollzugsbeamten Vorbild und Bezugsperson der Inhaftierten und zeigen ihnen den Weg in ein sozial eingefügtes Leben“ so Justizminister Thomas Kutschaty. Der Minister weiter: „In den neu geschaffenen Leitlinien für den Justizvollzug in Nordrhein-Westfalen haben wir das erklärte Ziel der Landesregierung festgeschrieben, die Resozialisierung inhaftierter Straftäter durch einen wirksamen Behandlungsvollzug zu verbessern. Wir wollen einen aktivierenden Strafvollzug gestalten, mit dessen Unterstützung möglichst viele Inhaftierte wieder in ein gesellschaftliches Zusammenleben ohne Straftaten zurückgeführt werden können.“

Die Justizvollzugsschule wurde 1952 in Remscheid gegründet und befindet sich seit 1977 in den Räumen der ehemaligen Pädagogischen Hochschule in Wuppertal.

 

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