Neue Besen!!!???

4. April 2013 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Auf einer überraschend angesetzten Pressekonferenz wurden der Öffentlichkeit am 3.4.2013 durch den Innenminister eine Reihe von „Personalveränderungen“ in den Behördenspitzen vorgestellt. Dabei wurde sehr schnell klar, dass es bei den „Umsortierungen“ nicht darum geht, diejenigen von ihrer Verantwortung zu entbinden, die auf neudeutsch „Mist gemacht“ haben. Vielmehr legte der Minister Wert darauf festzustellen, dass dies nach einem politischen Wechsel durchaus opportun sei, dass er sich seine „Umgebung“ so gestaltet, wie er es für richtig und angebracht hält.

Dieser Devise kann man folgen. Ob sie richtig ist, wird die Zukunft zeigen.

Den künftig „Ehemaligen“ wünscht der BDK viel Glück für die Zukunft und dankt ihnen für die eine oder andere, sicherlich auch kontrovers geführte Diskussion.

Den „Neuen“ wünschen wir viel Erfolg für unsere niedersächsische Polizei. Die Probleme häufen sich und müssen endlich angegangen werden. Eine Kriminalitätsbekämpfung ohne Kriminalpolizei ist nicht zukunftsfähig und führt in die fachliche Sackgasse.

Mittlerweile sind die ermittelnden Bereiche und die Rudimente der alten niedersächsischen Kriminalpolizei vor dem fachlichen Exodus. In den kommenden 3-7 Jahren geht mehr als die Hälfte der ehemals gut ausgebildeten Kriminalistinnen und Kriminalisten in Pension. Bislang gibt es in Niedersachsen bis auf die sogenannte Y-Ausbildung (Hörfächer im Bereich Kriminalistik und Kriminologie werden etwas erweitert vorgestellt) keinerlei strukturierten Übergang in die ermittelnden Bereiche. Bedauerlicherweise werden Kolleginnen und Kollegen immer noch ohne Vorkenntnisse aus den Einsatz- und Streifendiensten in die Ermittlungsdienststellen übernommen. Die Kriminellen spezialisieren sich aber immer weiter. Hochgerüstete kriminelle Banden und versierte Computerkriminelle stehen hier der Kriminalpolizei gegenüber. Das sogenannte IUK-Bekämpfungsmodell scheitert schon bereits an der Tatsache, dass kaum versierte Fachkräfte hierfür zur Verfügung stehen. Kriminelle Organisationen plündern daneben unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger aus. Ein geschlossenes Gesamtkonzept zur Kriminalitätsbekämpfung liegt nach wie vor nicht vor. Die Aufklärungsquoten in diesen Bereichen (schwerer Dienbstahl , Raub pp.) fallen.

Es gibt verdammt viel zu tun.

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