Fußballfans verhöhnen Opfer und Verletzte der Bundespolizei

3. April 2013 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Öffentliche Entschuldigung der Fußballvereine reicht nicht aus, Handlungen sind gefragt!

DPolG Bundespolizeigewerkschaft wendet sich an die Fußballvereine, die Deutsche Fußballliga und den Deutschen Fußballbund

Nach Veröffentlichungen und Medienberichten haben Fans von Rot-Weiß Essen, dem FSV Zwickau und F.C. Hansa Rostock mit einem pietätlosen Spruchband den beim Hubschrauberabsturz am Berliner Olympiastadion tödlich verunglückten Piloten und die weiteren Verletzten verhöhnt. Die Vereine von FC Carl Zeiss Jena und dem 1. FC Köln II sind gleichermaßen betroffen, denn in ihren Stadien haben zwei dieser Vorfälle stattgefunden.

„Dieses Verhalten ist an Rohheit nicht zu überbieten und stellt auch die Frage, warum es von den Vereinen nicht rigoros unterbunden wird“, empört sich Hans-Joachim Zastrow, 2. Vorsitzender der DPolG Bundespolizeigewerkschaft. Er fordert die Deutsche Fußballli-ga, den Deutschen Fußballbund sowie alle Vereine auf, derartige Auswüchse bereits im Keim zu ersticken, sofort, vehement und nachhaltig gegen derart kleingeistige Fußballfans vorzugehen.

Am 21. März 2013 verunglückten zwei Hubschrauber der Bundespolizei am Olympiastadi-on in Berlin. Ein Pilot wurde hierbei getötet und weitere Polizisten zum Teil schwer verletzt. Kaum zwei Tage nach diesem Ereignis enthüllten verrohte, kleingeistige Fußballfans der genannten Vereine Transparente mit der Aufschrift „Wer hoch fliegt … fällt auch tief!! a.c.a.b.“ oder „BP: FLIEG NICHT SO HOCH MEIN KLEINER FREUND“.

Sie haben damit nicht nur die Opfer des tragischen Unglücks verhöhnt, sondern beleidigen auch alle Polizeibeamten. „Dieses Verhalten darf von den Vereinen nicht länger hingenommen werden“, so Zastrow. Ausdrücklich begrüßt er die Initiative von Hannover 96. Dessen Präsident hatte angekündigt, ein Verbot der Buchstabenkombination a.c.a.b. in die Stadionordnung aufzunehmen. Transparente und auch Bekleidungsstücke mit diesem Kürzel sind dann im Stadion verboten.

Zastrow appelliert daher an die Deutsche Fußballliga, den Deutschen Fußballbund sowie an alle darin organisierten Fußballvereine, sich dem Beispiel von Hannover 96 anzu-schließen. Schließlich tragen Bundes- und Landespolizisten vor, während und nach jedem Fußballspiel zum Teil unter Inkaufnahme von eigenen Verletzungen dazu bei, dass die (wahren) Fußballfans ungefährdet und unbeschadet das Stadion erreichen, das Spiel auf dem grünen Rasen verfolgen und heimreisen können. Die Polizisten schützen sie damit – auch unter Einsatz ihres Lebens – vor randalierenden und Sprüche klopfenden Fans.

Rot-Weiß Essen und der F.C. Hansa Rostock haben sich nach dem Spiel öffentlich für das Verhalten der Fans entschuldigt. Immerhin! Der F.C. Hansa Rostock will sich mit dem Vor-fall in seiner „AG Südtribüne“ weiter mit dem Problem auseinandersetzen. Auch die Reak-tionen in Fan-Foren zeigen, dass derartige pietätlose Entgleisungen nicht von allen Fuß-ballfans getragen werden. Zastrow: „Dennoch komme ich nicht umhin, Vortäuschung zu unterstellen, wenn keine weiteren Schritte eingeleitet werden! Die öffentliche Entschuldi-gung bei den Betroffenen und der Bundespolizei ist ein richtiger Schritt, noch wichtiger ist jedoch aktives Handeln.

Wie ernst nehmen die Fußballvereine Fanprojekte, wenn die Vereinsspitzen nicht mit gutem Beispiel vorangehen und bei Entgleisungen der Fans zaudern? Alle Vereine müssen dem Beispiel von Hannover 96 folgen und derartige Entgleisungen dauerhaft aus den Sta-dien verbannen. Sie müssen sich endlich ihrer Stellung in der Gesellschaft bewusst wer-den und auch dementsprechend handeln.

Die Einzeltäter sind zu ermitteln, strafrechtlich zu belangen und mit einem Stadionverbot zu belegen.

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