Beschäftigte des Landes NRW erfolgreich im Modernisierungsprozess

27. März 2013 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Nordrhein Westfalen | Drucken

Kreativität lohnt sich. Mehr als 50 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Landes Nordrhein-Westfalen wurden jetzt für ihre Verbesserungsvorschläge in der Landesverwaltung ausgezeichnet. Aus 369 Ideen und Plänen belohnte das Ideenmanagement NRW die besten Einfälle in 2012 mit einer Prämie von bis zu 7.500 Euro.

Die Vorschläge wurden insgesamt mit über 43.000 Euro honoriert. In den letzten fünf Jahren gab es mehr als 165.000 Euro an Preisgeldern. „Wir wollen die Beschäftigten ermutigen, sich aktiv an einem Modernisierungsprozess zu beteiligen. Fortschritt in der Verwaltung kann nur gelingen, wenn die Abläufe kontinuierlich dem technischen Wandel angepasst werden“, sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger heute (27.03.) in Düsseldorf.

Waffenmechaniker Bernhard Böse vom Landesamt für Zentrale Polizeiliche Dienste (LZPD) in Duisburg hatte eine pfiffige Idee: Er entwickelte ein Reinigungsgerät für Polizeidienstwaffen. Nach jedem Gebrauch muss die Waffe gereinigt werden, weil Pulver und Schmutzrückstände im Inneren schon den nächsten Schuss verhindern könnten. Mithilfe des neuen Reinigungsgerätes werden die Waffen nun gründlich gesäubert, weil mit ihrer Hilfe die kleinen Kanten und Winkel viel besser zu erreichen sind. Vorher hatte mancher Polizist notdürftig eine Büroklammer benutzt.

Die Erfindung gibt den Polizisten jetzt mehr Sicherheit in gefährlichen Situationen.

Einen Einfall zur Bekämpfung von Gewalt hatte ein anderer Beamter. Er schlug eine Einverständniserklärung über die Entbindung von der ärztlichen Schweigepflicht vor. Das hilft der Polizei, den Fall schnellstmöglich zu bearbeiten und aufzuklären. Nach Gewaltdelikten lassen sich die Geschädigten zwar ärztlich behandeln, geben aber die Atteste nicht der Polizei weiter. Die Sachbearbeitung des Falls gerät so enorm ins Stocken, da die ärztliche Schweigepflicht eine Herausgabe des Attests an die Polizei verhindert. „Effektiver, besser und schneller – das sind die Merkmale, die hervorragende Einfälle und Konzepte auszeichnen“, sagte der Minister.

Dafür gibt es weitere gute und aktuelle Beispiele:

Eine spezielle Notruftaste für behinderte Personen im Straßentunnel hat Uwe Köstermann, technischer Angestellte beim Landesbetrieb Straßenbau NRW in Gelsenkirchen, ins Leben gerufen. Die Taste ist im Bereich der bisherigen Notrufeinrichtungen und auch an allen Fluchttüren im Tunnel zu finden. Außerdem kann die Einrichtung Straßenlärm beim Empfänger eindämmen, sodass der Notruf klar und verständlich ist. Mit Braille-Schrift und kontrastreicher Beleuchtung ist die Einrichtung auch für sehbehinderte Personen verständlich.

Den Einfall, eine Datenbank zu nutzen, in der man eine grafische Darstellung von Tatorten auf einer Landkarte nutzen kann, hatte der Viersener Polizist Jürgen Berndt. Durch die Datenbank können Datum, Deliktart und Wochentag ausgewählt und Abfrageergebnisse verbildlicht werden.

Polizisten machten den Vorschlag, einen Unfallspuren-Darstellungskoffer für das Training in der Polizeiausbildung zu erstellen. Damit können Spuren der unterschiedlichsten Verkehrsunfälle realitätsnah simuliert werden. Die Ausbildung bei der Polizei kann so noch praxisnäher und realistischer gestaltet werden.

Innenminister Ralf Jäger zeigte sich beeindruckt: „Das kreative Potential und die Anregungen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wollen wir nutzen. Das Ideenmanagement bestätigt, dass unsere Beschäftigten hochmotiviert sind.“ Er ermutigte alle Beschäftigten der Landesverwaltung, die eigenen Arbeitsprozesse immer wieder zu hinterfragen, um sie wirtschaftlicher und zeitsparender zu gestalten.

„Eine gut funktionierende und moderne Verwaltung braucht Mitarbeiter, die über Grenzen hinaus denken und Lösungen finden“, betonte Jäger. Er forderte alle 335.000 Beschäftigten des Landes auf, auch in diesem Jahr Verbesserungsvorschläge zu machen. Der zentrale Ausschuss für das Ideenmanagement NRW sowie die dezentralen Ausschüsse der Ressorts beurteilen dann alle Entwürfe nach Nutzen, Anwendungsbreite, Ausgereiftheit und Kreativität.

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