Neue Gedenkstätte in Nürnberg

21. März 2013 | Themenbereich: Bayern, Polizei | Drucken

„Die Mordserie der Terrorgruppe Nationalsozialistischer Untergrund hat uns die Folgen von politischem Extremismus auf grausamste Weise vor Augen geführt. Noch immer stehen wir unter dem Eindruck dieser schrecklichen Taten. Den Angehörigen der Mordopfer und allen, die ihnen nahe standen, bekunden wir unsere besondere Solidarität.“ Das sagte Bayerns Innenminister Joachim Herrmann bei einer gemeinsamen Veranstaltung mit dem Nürnberger Oberbürgermeister Dr. Ulrich Maly am Kartäusertor in Nürnberg, wo eine neue Gedenkstätte für die Opfer der NSU-Terrorzelle geschaffen wurde.

Herrmann sagte, man werde alles daran setzen, diese menschenverachtenden Morde lückenlos aufzuklären. Man schulde dies jedem Einzelnen der ermordeten Opfer sowie ihren Angehörigen: „Ich bin betroffen darüber, dass es nicht früher gelungen ist, die brutale Mordserie aufzudecken und zu beenden. Umso mehr versichere ich Ihnen, liebe Angehörige, dass die Bayerische Staatsregierung und ich ganz persönlich Ihnen fest zur Seite stehen.“

In ganz Deutschland und auch in Bayern werde seit Bekanntwerden der Terrortaten der NSU über Versäumnisse und über notwendige Änderungen in den Sicherheitsbehörden diskutiert. „Die tödlichen Gefahren gewaltbereiter Rechtsextremisten sind offensichtlich unterschätzt worden, erste Konsequenzen daraus wurden schon gezogen. Mein Ziel ist es, den Rechtsterrorismus und -extremismus künftig noch stärker und noch nachhaltiger als bisher zu bekämpfen.“ Für Herrmann ist das aber nicht nur eine Aufgabe der Sicherheitsbehörden: „Es geht vor allem auch um die geistige Auseinandersetzung mit Intoleranz und Gewalt, es geht um bürgerschaftliches Engagement gegen Ausländerfeindlichkeit und für Menschenrechte.“

Herrmann versicherte, die drei in Nürnberg ermordeten Mitbürger Enver Simsek, Abdurrahim Özüdogru und Ismail Yasar würden in der Erinnerung weiterleben. Der Gedenkort in Nürnberg sei ein wichtiges Zeichen an die Hinterbliebenen und die gesamte Bevölkerung: „Wir lassen Sie bei der Bewältigung der traumatischen Erlebnisse nicht alleine. Es muss unser aller Aufgabe sein, eine Wiederholung solch unfassbarer Taten zu verhindern und jegliche Form von Extremismus bereits im Keim zu ersticken.“

Herrmann griff den Vorschlag von Oberbürgermeister Maly gerne auf, dass die Stadt Nürnberg und das bayerische Innenministerium künftig jährlich einen Preis für solche Jugendgruppen ausloben, die sich um die internationale Verständigung bemühen. Er kündigte die entsprechende finanzielle Beteiligung des Innenministeriums an.

 

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