Polizeiliche Kriminalstatistik 2012: Unser Land wird immer sicherer!

19. März 2013 | Themenbereich: Kriminalität, Mecklenburg-Vorp. | Drucken

Innenminister Lorenz Caffier hat heute die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) für das Jahr 2012 vorgestellt. Die wichtigsten Eckdaten zeigen, dass Mecklenburg-Vorpommern immer sicherer wird:

  •  die Zahl der Straftaten insgesamt ist mit 126.677 auf dem niedrigsten Niveau
  •  die Gewaltkriminalität nimmt seit 2008 tendenziell ab
  •  die Zahl der Straftaten in der Grenzregion geht weiter zurück, polizeiliche Maßnahmen greifen

„Erfreulicherweise hat sich die positive Entwicklung der Polizeilichen Kriminalstatistik auch im Berichtsjahr 2012 fortgesetzt. So ist die Zahl der erfassten Straftaten weiter zurückgegangen, auch die Aufklärungsquote liegt wie im Vorjahr mit 58,5 % auf einem hohen Niveau. Deutliche Rückgänge sind im Bereich der Gewaltkriminalität zu verzeichnen. Hier gingen die Fallzahlen um 6,7 % zurück“, sagte der Minister für Inneres und Sport Lorenz Caffier. „Diese Erfolge wären ohne den couragierten Einsatz und die ausgezeichnete Arbeit unserer Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten nicht möglich. Ihnen gilt daher mein besonderer Dank. Wir dürfen uns bei der Kriminalitätsbekämpfung aber niemals mit dem Erreichten zufrieden geben.“

Die wichtigsten Eckpunkte im Überblick:

Im Jahr 2012 wurden insgesamt 126.677 Straftaten registriert. Die Fallzahl hat im vergangenen Jahr gegenüber 2011 um 1.749 Straftaten bzw. um 1,4 % abgenommen. Damit setzte sich auch im vergangenen Jahr die insgesamt seit Jahren positive Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern fort. Der Rückgang der Kriminalität ist dabei insbesondere auf weniger Straftaten im Bereich des Diebstahls sowie der Vermögens- und Fälschungsdelikte zurückzuführen.

Auch durch den Rückgang der Gesamtkriminalität ist die Bevölkerung im vergangenen Jahr wieder weniger durch Kriminalität belastet worden. Die Häufigkeitszahl sank um 71 Fälle auf 7.749 Straftaten pro 100.000 Einwohner.

Die Aufklärungsquote erhöhte sich geringfügig von 58,4 % im Jahr 2011 auf 58,5 % im Jahr 2012. Insgesamt wurden 74.108 Straftaten aufgeklärt. Die höchsten Aufklärungsergebnisse wurden mit 96,2 % bei den Straftaten gegen das Leben erreicht.

Im letzten Jahr wurden 47.368 Tatverdächtige ermittelt. Dabei ist die Zahl der unter 21-jährigen Tatverdächtigen deutlich zurückgegangen. Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 9.630 junge Straftäter registriert. Das sind 10,1 % (- 1.085) weniger junge Menschen, die straffällig geworden sind, als noch im Vorjahr. Diese erfreuliche Entwicklung gibt es in vielen Deliktbereichen. Erheblich weniger unter 21-jährige Tatverdächtige wurden im Vergleich zum Vorjahr dabei auch im Bereich der Straßenkriminalität (- 318) und der Gewaltkriminalität (- 223) registriert.

Bei den nichtdeutschen Tatverdächtigen wurden mit 3.711 Personen 92 mehr als im Vorjahr festgestellt. Ihr Anteil ist von 7,5 % auf 7,8 % gestiegen. Der Wert von 7,8 % ist trotz des Anstieges aber im Vergleich zum Bund (22,9 % im Jahr 2011 – bundesweite Zahlen für das Jahr 2012 liegen noch nicht vor) gering. Dabei darf nicht außer Acht gelassen werden, dass unser Bundesland Transitland an einer offenen EU-Binnengrenze ist. Der Zuwachs an nichtdeutschen Tatverdächtigen resultiert aber nicht aus einem Zuwachs an polnischen Tatverdächtigen. Diese Zahl ging vielmehr um 89 auf 894 zurück. Einen Anstieg gab es vor allem bei den serbischen, rumänischen und bulgarischen Nationalitäten. Hier wurden insgesamt 174 Personen mehr registriert.

Nichtdeutsche Tatverdächtige sind in allen Regionen unseres Landes aktiv. Dabei lag der Anteil nichtdeutscher Tatverdächtiger mit 8 % im Bereich des Polizeipräsidiums Rostock und 7,7 % im Bereich des Polizeipräsidiums Neubrandenburg auf vergleichbarem Niveau.

Bei einer näheren Betrachtung der nichtdeutschen Tatverdächtigen fällt auch auf, dass 30 Prozent von ihnen (etwa 1.100 Tatverdächtige) ihren Wohnsitz im Ausland hatten. Der weit überwiegende Teil der nichtdeutschen Tatverdächtigen hat dagegen entweder seinen Wohnsitz in unserem Bundesland oder im übrigen Bundesgebiet.

 Entwicklung in einigen Kriminalitätsbereichen

Die meisten Straftaten (38,7 %) wurden auch im Jahr 2012 im Bereich des Diebstahls registriert. Die Fallzahl ging aber um 2,8 % bzw. 1.417 Fälle auf insgesamt 48.980 Straftaten zurück. Die Aufklärungsquote konnte mit 33,2 % wieder etwas gesteigert werden, liegt aber immer noch unter den besseren Werten der Jahre 2004 bis 2008.

Besonders erfreulich ist der Rückgang des schweren Diebstahls. Hier wurden rund 1.700 weniger Straftaten (- 5,8 %) registriert. Beim einfachen Diebstahl blieben die Zahlen nahezu unverändert.

Der Diebstahl von Kraftwagen verringerte sich um 16,1 % (- 220 Fälle) auf 1.143 Straftaten und ist damit gegenüber dem Vorjahr wieder rückläufig. Dagegen hat sich die Zahl der Wohnungseinbrüche leicht um 79 auf 1.413 Fälle erhöht.

Neben dem Diebstahl ist auch ein deutlicher Rückgang bei den Vermögens- und Fälschungsdelikten um über 1.600 Fälle bzw. 6,6 % zu verzeichnen, vor allem weil die Zahl der Straftaten im Bereich der Betrugsdelikte um ca. 1.700 zurückging. Dennoch wurden 2012 insgesamt noch rund 22.600 Vermögens- und Fälschungsdelikte erfasst.

„Die Sicherheit in unserem Land und das Sicherheitsgefühl der Menschen werden maßgeblich von der so genannten Alltagskriminalität bestimmt. Ein Rückgang der Straftaten, insbesondere der Massendelikte wie Diebstahl und Betrug, ist daher auch ein Beitrag zu mehr Sicherheit“, so Minister Caffier.

Ein sehr deutlicher Rückgang war 2012 bei den Straftaten gegen das Leben festzustellen. Die Fallzahl ist in diesem Bereich seit jeher vergleichsweise gering und ging im vergangenen Jahr von 78 Fällen in 2011 auf 53 zurück. Der Rückgang ist vor allem darauf zurückzuführen, dass weniger Fälle von Totschlag und fahrlässiger Tötung registriert wurden. Die Fallzahl sank in beiden Bereichen um jeweils 11 Straftaten auf 31 Totschlagsverbrechen bzw. 12 fahrlässige Tötungen. Die Zahl der Morde nahm um 2 auf 10 Verbrechen ab. Sowohl bei den Fällen des Totschlages als auch bei den Morden handelt es sich überwiegend um Versuche (Totschlag: 25, Mord: 8). Ein neuer Trend kann mit dem derzeit starken Fallrückgang angesichts der geringen Fallzahl aber nicht begründet werden. Vielmehr bewegen sich die Zahlen in den vergangenen zehn Jahren mit 70 bis 80 Fällen mehr oder weniger auf gleichmäßigem Niveau.

Erfreulich ist die Tatsache, dass die Gewaltkriminalität, zu der unter anderem Tötungsdelikte, Körperverletzungen und Raubstraftaten, aber auch jede Vergewaltigung und jede sexuelle Nötigung gehören, in der Tendenz seit 2008 weiterhin rückläufig ist. Im vergangenen Jahr verringerte sich die Fallzahl um 6,7 % (- 259) auf 3.617 derartige schwere Straftaten. Die rückläufige Entwicklung trifft dabei insbesondere auch für die schweren und gefährlichen Körperverletzungen zu. Im öffentlichen Raum wurden im vergangenen Jahr 1.526 schwere und gefährliche Körperverletzungen begangen. Ein Jahr zuvor waren es über 100 Fälle mehr (2011: 1.640).

Nicht im Einklang dazu steht die Entwicklung bei gegen Polizeivollzugsbeamte und gegen Angehörige von Rettungsdiensten gerichteten Gewaltstraftaten. Hier stieg die Zahl der gegen Polizeibeamte gerichteten Widerstandsdelikte von 384 auf 437 Straftaten. Aber auch Angehörige von Feuerwehr und Rettungsdiensten sind Angriffen während der Ausübung ihres Dienstes ausgesetzt. Die Zahl der diesbezüglichen Straftaten blieb im vergangenen Jahr mit 18 Fällen gegenüber den 17 aus dem Jahre 2011 zwar nahezu unverändert. Dies dokumentiert aber trotzdem, dass auch Menschen, die anderen helfen, von Gewalttaten nicht ausgenommen sind.

„Gewalt von wem, aus welchem Motiv oder in welcher Form auch immer ist nicht akzeptabel. Gegen Gewalttäter gibt es keine Toleranz“, betonte der Innenminister.

Kriminalitätsentwicklung in der Grenzregion (Landkreis Vorpommern-Greifswald):

„Die Landespolizei hat die Sorgen der Bürgerinnen und Bürger im Zusammenhang mit der Kriminalitätsentwicklung in der Grenzregion von Anfang an sehr ernst genommen und zum Beispiel schwerpunktmäßig ihre Präsenz erhöht. Ich freue mich, dass wir gerade in diesem Bereich Erfolge aufweisen können“, so Innenminister Caffier.

Positiv hervorzuheben ist, dass die Zahl der Straftaten im vergangenen Jahr um 6,0 % (- 1.130) auf ca. 17.700 Fälle abnahm. Damit setzt sich der Rückgang aus dem Jahr 2011 fort, der damals jedoch nur 0,6 % im Vergleich zum Vorjahr ausmachte.

Deutlich zurückgegangen ist dabei im vergangenen Jahr der Diebstahl (- 10,1 %), darunter auch der Diebstahl von Kraftwagen, der sich um 72 Fälle auf 125 verringerte und der Wohnungseinbruch, der um 42 Fälle auf 245 abnahm. Unter anderem in diesen beiden Bereichen waren in 2011 noch Anstiege zu verbuchen.

Der Anteil der nichtdeutschen Tatverdächtigen im Landkreis Vorpommern-Greifswald hat sich im vergangenen Jahr auf 10,9 % verringert (2011: 12,0 %), ist im Landkreis aufgrund seiner unmittelbaren Grenzlage aber höher als in den übrigen Regionen unseres Bundeslandes. Dabei begingen polnische Staatsangehörige nur 8,0 % der Straftaten, Deutsche dagegen das über Zehnfache (88,5 %).

Um die Sicherheitslage weiter zu verbessern, haben beide Polizeipräsidien, insbesondere aber das Polizeipräsidium Neubrandenburg, im vergangenen Jahr umfangreiche polizeiliche Maßnahmen mit dem Ziel der Verstärkung des Fahndungs- und Kontrolldrucks eingeleitet, die auch greifen. Nicht zuletzt dadurch ist die Häufigkeitszahl im Grenzkreis um 400 Fälle auf 7.233 Straftaten pro 100.000 Einwohner zurückgegangen.

„Grenzüberschreitende Kriminalität ist mit Blick auf die Täter also durchaus vielschichtig“, so der Minister. „Die gewonnene Freizügigkeit, von der alle profitieren, hat vor allem dazu beigetragen, dass sich die Menschen immer mehr annähern und es vielfältige Kontakte auf wirtschaftlicher, kultureller und politischer Ebene gibt. Dieser Zugewinn an Chancen und Möglichkeiten überwiegt bei weitem.“

 

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