Polizeiliche Kriminalstatistik 2012 : Trend der letzten Jahre „gebrochen“!?

15. März 2013 | Themenbereich: Brandenburg, Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

2012 wurden erneut offiziell weniger als 200.000 Straftaten – exakt 195.164 – registriert. Das sind 2.518 (- 1,3 %) Straftaten weniger als 2011.

Die Aufklärungsquote 2012 beträgt 53,3 %. Dies bedeutet ein Plus von 2,3 %.

Der Rückgang von Straftaten ist erneut kritisch zu hinterfragen!

Wenn zum Jahresende 2012 konsequenter Weise alle Straftaten in die PKS aufgenommen wären, läge die Aufklärungsquote bei unter 51 %.

Rückgängen in den Bereichen Wirtschaftskriminalität (- 33,8 %), Rauschgiftkriminalität (- 23,7 %)

– beides Überwachungs- bzw. Kontrolldelikte! – , Sachbeschädigung (- 7,6 %), Diebstahl insgesamt

(- 4,5 %) stehen steigenden Fallzahlen vor allem im Bereich der Tageswohnungseinbrüche (+ 40,1 %) gegenüber. Die Aufklärungsquote liegt hier bei ca. 25,5 %.

Diebstahlsdelikte sind mit fast 80.000 Straftaten immer noch enorm hoch und machen ca. 41 % aller Straftaten aus. Hier liegt die Aufklärungsquote bei lediglich ca. 29 %.

Leicht sinkende Fallzahlen sind kein Grund zur Entwarnung!

Vor 8 Jahren hatten wir noch eine Aufklärungsquote von fast 59 %. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten mit hohem persönlichem Einsatz und Engagement. Sie arbeiten am Limit.

Aufgrund des politisch beschlossenen Stellenabbaues von ca. 20 % stehen in den nächsten Jahren deutlich weniger Polizistinnen und Polizisten zur Verfügung.

Andreas Schuster, GdP-Landesbezirksvorsitzender: „Unsere Bürgerinnen und Bürger erwarten aber zu Recht, dass ihr Eigentum geschützt wird. Wir wollen dies als Polizeibedienstete gewährleisten. Dazu benötigen wir aber eine starke, kompetente und gut motivierte Polizei. Um vor allem Letzteres zu erreichen, ist vordergründig die Politik gefordert. Wir fordern ein Ende des Stellenabbaues und das Ende der ewigen Umstrukturierungen.“

Unsere Kolleginnen und Kollegen, vor allem auch unsere Kriminalistinnen und Kriminalisten in Brandenburg, erwarten zu Recht, dass sich die Rahmenbedingungen der veränderten Lage anpassen und nicht einem Haushaltdiktat unterliegen.

Der Frust der Bürgerinnen und Bürger über die nach wie vor hohe Kriminalitätsbelastung bei stagnierender bzw. leicht sinkender Aufklärung ist in allen Regionen des Landes Brandenburg und nicht nur in der Grenzregion oder im Umfeld von Berlin vorhanden.

„Trend der letzten Jahre gebrochen“ sieht anders aus!

 

 

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